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Ich lebe und arbeite in Hamburg/Mainz als Moderator, Journalist und Autor für digitale Bewegtbildinhalte und analoge Veranstaltungen. Seit Ende April 2015 moderiere ich beim ZDF die neue Nachrichtensendung heute+. Bis dahin war ich Autor für das NDR-Medienmagazin ZAPP und On-Air-Reporter für die Einsplus Talkreportage-Sendung „Klub Konkret“.

Aufgewachsen bin ich am Niederrhein, in Duisburg, Schermbeck und Wesel als Sohn einer Deutschen und eines Paraguayos.

Nach Abschluss meines Volkskunde-Studium 2007 an der Uni Hamburg besuchte ich 2007-2009 die RTL Journalistenschule in Köln. Seit 2009 bin ich freier Journalist mit dem Schwerpunkt (neue) Medien, Gesellschaft, Bewegtbild und On-Air-Reportage und seit 2011 aussschließlich für öffentlich-rechtliche Sender tätig.

Grundsätze meiner Arbeit

Ich ziehe das Uneindeutige dem Eindeutigen vor; ich halte es für näher an der Wirklichkeit. Als Journalist ist das manchmal schwierig, denn das Uneindeutige wohnt in sperrigen Wörtern: mutmaßlich, vermutlich, angeblich … (…) Schöner werden die Texte so nicht. Die Hoffnung ist, dass sie wahrer bleiben. Ich finde, es kommt selten genug vor, dass man etwas weiß.

Das Zitat stammt aus dem Artikel „Der Terror und ich“ von Yassin Musharbash und drückt für mich das Dilemma des Journalismus derzeit am besten aus: Wir suchen die Wahrheit und können sie doch niemals finden, denn die eine Wahrheit gibt es nicht. Jeder Mensch hat seine eigene. Doch alle menschlichen Wahrheiten abzubilden ist ebenso unmöglich.

An neutralen Journalismus und völlig objektive Beobachter glaube ich deswegen nicht, auch weil es mir als Mensch unmöglich ist wirklich neutral und objektiv zu sein. Ich empfehle zu diesem Fragenkomplex meinen Artikel „Warum für Greenwald ‚objektiver Journalismus‘ Betrug ist“ zu lesen.

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Mobil arbeiten, vor Ort berichten: Ich experimentiere gern mit technischen Innovationen und neuen journalistischen Darstellungsformen.

Zu den Dingen, die mir daher in meiner journalistischen Arbeit am Wichtigsten sind zählen Transparenz, Offenheit und Dialog. Denn nur so ist es in meinen Augen möglich, einen glaubwürdigen Journalismus zu machen, der nicht für sich in Anspruch nimmt unfehlbar zu sein und die reine Wahrheit abzubilden.

Ich bin aus diesen Gründen ein Verfechter des Prinzips des „offenen Journalismus„, denn ich glaube, dass Journalismus  dadurch besser wird. Dementsprechend versuche ich stets, die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte meiner Filme, Reportagen oder Texte sichtbar zu machen und bin für Fragen, Anmerkungen und Kritik jederzeit ansprechbar, solange die Diskussion fair, respektvoll und freundlich geführt wird.

Ich bemühe mich stets, ausgewogen und fair in meiner Arbeit zu sein, behalte es mir aber vor, aus meinen Recherchen eine eigene Haltung und Meinung zu entwickeln und diese meinem Publikum gut begründet darzulegen. Zu meinem journalistischen Selbstverständnis gehört dabei, meine Haltungen immer wieder zu prüfen, kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu revidieren.


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In meiner Arbeit mache ich mich nicht gemein mit Institutionen, Vereinen, Organisationen, Gruppierungen, Behörden, Regierungen oder Unternehmen. Ich bin aus diesem Grund bewusst kein Mitglied einer politischen Vereinigung oder sonstiger Interessensgruppe, um Konflikte mit meiner Arbeit zu vermeiden. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es dann nicht mehr möglich wäre, mir ein eigenes Urteil zu bilden, ohne gegen gegen Denk- und / oder Redeverbote zu verstoßen, die in solchen Gruppen herrschen.

Ich mache mich jedoch gemein mit (humanistischen) Werten wie Freiheit, Friede, Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit, Aufklärung und Menschenrechten. Und ich mache mich gemein mit Opfern – von Unterdrückung, von Willkür, von Katastrophen und Ungerechtigkeit.

Ich halte mich an den Kodex des Netzwerk Recherche und den Pressekodex des Deutschen Presserates, mache als Mensch aber auch zuweilen Fehler. Nach Ziffer 3 Presskodex berichtige ich diese und mache dies transparent.

Alle Äußerungen in meinen Blog-Artikeln auf dieser Seite sind meine eigenen und nicht in Verbindung mit meinen Auftraggebern zu bringen, es sei denn die Texte sind entsprechend gekennzeichnet. Meine Artikel begreife ich als work-in-progress, da das Internet mir die Möglichkeit bietet, Informationen nachzuarbeiten, neu einzuschätzen oder Meinungen zu revidieren.

Gelegentliche „Rants“ sind als Kommentar im journalistischen Sinne zu verstehen. Polemik, Verallgemeinerungen und flache Witze sind dabei Stilmittel und beabsichtigt.

Politische Orientierung

Ich teile manche Ansichten und politische Denkrichtungen von SPD und Grünen, manche von Piratenpartei und Die Linke, manche der FDP und in Ausnahmefällen auch der CDU. Doch fühle ich mich weder einer Partei verpflichtet, noch verbunden.

 Im Interview mit dem Vorsitzenden der NPD Thüringen, Patrick Wieschke für Klub Konkret

Interview mit dem Vorsitzenden der NPD Thüringen, Patrick Wieschke für Klub Konkret. Seine Ansichten teile ich nicht.

Im Zweifel bin ich aber eher sozial, humanistisch und progressiv als konservativ und wirtschaftsliberal. Als ehemaliges aktives Mitglied der Naturschutzjugend NAJU auf Orts- und Bundesebene fühlte ich mich lange in der Umweltbewegung zuhause. Doch Vereinsmeierei, innere Machtkämpfe und konservatives Status Quo-Gehabe trieben mich aus dem Verein und der Szene. Trotzdem fühle ich mich immer noch zu einem nachhaltigen Lebensstil verpflichtet, soweit das als Großstadtmensch und Bürger einer Industrienation überhaupt möglich ist.

Ich pflege einen professionell-freundschaftlichen Umgang mit dem EU-Parlamentarier Jan-Philipp Albrecht, den ich schon öfter zu Datenschutz-Fragen interviewt habe. Im Mai 2014 habe ich in Hamburg die Präsentation seines Buches „Finger weg von unseren Daten!“ im Auftrag seines Verlages moderiert.

Privat

Ich bin liiert, Vater zweier Kinder und spiele Samba-Percussion in der ersten und einzigen Sambaschule Hamburgs, Unidos de Hamburgo. Ich habe eine große Leidenschaft für die Musik und Kultur Brasiliens, liebe seriell erzähltes Bewegtbild und schaue am liebsten Filme mit Off-Erzähler.