Jan 27 2012

#TwitterCensored: My mails to Rachel Bremer (Twitter)

As the interwebs are full of rumors, saying Twitter will be filtering its content based on in which country its users live in (as described in this blogpost), I wrote an email to Rachel Bremer, Spokesperson for Twitter in Europe.

This is what I asked her:

Dear Mrs Bremer,

(…unimportant jibberjabber…)

Concerning the Twitter-Blogpost “Tweets still must flow” I would like to know how Twitter has been handling the problem of country limits. The post says: “Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally.”

So has been Twitter removing content globally? If yes, which kind of content has this been and how often did this happen? Who has been deciding what to delete and who has been typically the appellant?

Thanks for you help,

Yours sincerly

This is what Rachel Bremer replied (rather quickly):

Hi Daniel- thanks for getting in touch.

When Twitter is forced to remove content from the platform in response to a valid legal request, we will do so and report it to the site Chilling Effects- to provide transparency to our users about what we are being required to do. This announcement is not a change in our philosophy or policy around protecting people’s right to free expression, but a way to be more granular on a per country basis when tweets must be withheld, instead of roving them for users worldwide. We as a company, and as indivisible employees, feel extremely passionate about people’s right to free expression- which has been demonstrated in our actions since the company was founded. I want to stress that that is not changing. Please let me know if you have other questions.

rachel bremer, twitter

As far as I understand her response, Twitter will only be taking action, when forced to do so by a legal request. But unlike in the past, the content will not be deleted worldwide, but filtered locally in the country the request came from.

The local filter will not be implemented using geoblocking (source), but it will be left on the user to decide in which country he “officially” lives in.

I wanted to know more, so I wrote another mail to Mrs. Bremer:

Hi Rachel,

thanks for your quick response. I have indeed some questions left as the discussion on the interwebs is still going on and there seems to be quite a lot of confusion on how twitter is going to implement the new feature.

Will Twitter decide on its own, which tweets to filter in which country and select/filter them without any other party forcing you to do so? Or will you ONLY block content in response to a valid legal request in the country the legal request came from? In clear words: Will Twitter be censoring its content on its own aka self-censorship? If not, why didn’t you say so clearly in your blogpost?

As I read on netzwertig.com, Twitter will not be implementing geoblocking but will be giving the user the ability to choose in which country he lives in. Is that correct? If yes, why didn’t you say so clearly in your blogpost?

Thanks a lot for your help,

Daniel Bröckerhoff, NDR Zapp

As soon as she replies I will be posting her response here.

//UPDATE 17:07//

Rachel has replied:

Hi Daniel – we always have, and will continue to evaluate each complaint on a case by case basis. We will make a determination based on the information we have at our disposal, which may include legal confirmation of a law being broken. There are so many different hypothetical situations, which we won’t comment on, that’s it’s hard to get any more specific than this.

We outline the country setting process very clearly on our help pages, but I understand that there’s been some confusion about that online. Because we understand that geo-location by IP address is an imperfect science, we give our users the control to manually change their setting if they’ve been misidentified.

https://support.twitter.com/articles/20169220

Best,
Rachel

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Dez 31 2011

Was das Internet für Obdachlose (und andere Randgruppen) tun kann…

Sie sind ausgegrenzt, im Gefängnis, haben eine Behinderung oder leben am Rand der Gesellschaft. Doch das Internet gibt denen eine Stimme, die sonst in der Öffentlichkeit keine haben oder zu wenig wahrgenommen werden.

Mehrere Male bin ich dieses Jahr mit Menschen in Berührung gekommen, denen ich nicht begegnet wäre, wenn ich nicht Journalist wäre. Und wenn es das Internet nicht gäbe. Für beides bin ich sehr dankbar.

Nachhaltig prägend war die Begegnung mit Heiko Kunert, blinder Blogger und Pressemensch des Hamburger Blinden- und Sehbehindertenvereins und Janine Zehe, ebenfalls blind und im Netz aktiv. Mit beiden habe ich für den Elektrischen Reporter ein Stück über Blinde im Internet gedreht.

Was ich zeigen wollte: Wie Blinde mit dem Netz umgehen und wie es für sie eine völlig neue Möglichkeit eröffnet hat, mit Nicht-Blinden zu kommunizieren, sich auszutauschen, sie kennen zu lernen. Es macht sie unabhängiger und freier. Und sie können sich Gehör verschaffen, wenn andere sie ignorieren.

Barrieren sprengen, wo keine sein müssen

Heute hab ich einer weiteren Seite gefunden, die mich tief beeindruckt und berührt hat. Es ist die Facebook-Seite des Obdachlosen Max Bryan, der sie wie ein Blog benutzt. Max hat nach eigener Diagnose eine Art multiple Persönlichkeitsstörung und ist sowohl Max (sein Geburtsname), als auch Bryan (sein Alter Ego).

Seit 20 Monaten ist er ohne Wohnung, nachdem er 15 Jahre lang in einer Dachkammer gehaust hat, in der er, einem inneren Zwang nachgebend, versucht hat, eine Art “Welt-Index” zu erstellen. Derzeit radelt Max Bryan auf der Suche nach einer Wohnung quer durch Deutschland, was auch etwas Presse-Echo nach sich gezogen hat (z.B. hier, hier und hier).

Was mich an seinem Blog-Projekt so bewegt hat, war die schonungslose Innenansicht seiner Seele, die Art wie er schreibt und von seinem Leben und seiner Reise erzählt – und ein Foto. Es zeigt Max auf den Stufen der Hamburger “Roten Flora”, einem Treffpunkt für die Reste der linken Szene der Stadt und eine Anlaufstelle für Obdachlose. Sie schlafen auf den Treppen der ehemaligen Oper, betteln, saufen, prügeln sich, während Menschen wie ich auf der anderen Straßenseite überteuerten Milchkaffee trinken.

Die Gesichtslosen bekommen ein Gesicht

Ich gehe normalerweise auch an ihnen vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Manchmal gebe ich Geld, wenn ich den- oder diejenige öfters gesehen habe und weiß, dass die Cents nicht in Alkohol fließen. Aber wir leben in getrennten Welten.

Und dann bekommt eines der bärtigen Gesichter in schmutzigen Sachen auf einmal ein Gesicht und eine Stimme. Und ich beginne zu begreifen, was ich eigentlich schon wusste: Diese Menschen sind nicht immer selber schuld an ihrem Schicksal. Sie sind Opfer ihrer Kindheit, dieser Gesellschaft, ihres Lebens, anderer Menschen.

Denn Max Bryan erzählt nicht nur von sich und seiner harten Lebensgeschichte, sondern auch von anderen, denen er begegnet ist. Von dem Mann, dessen Wohnung abbrannte, während er mit Schlaganfall im Krankenhaus lag. Von dem Mann ohne Beine, der lieber draussen lebt, als seiner Familie zur Last zu fallen.

Früher wären diese Geschichten unerzählt geblieben. Und Max Bryan hätte die Episode seines Lebens, in der er zwanghaft in seiner Wohnung die Welt geordnet hat, höchstens einem Psychologen berichten können. Jetzt kann er sich der Welt mitteilen, so lange und so ausführlich, wie er will. (Sehr ausführlich tut er das in seinem FAQ.) Das verdanken wir dem Internet. Für mich einer der besten Gründe, warum diese technische Errungenschaft so schützenswert ist.

//Nachtrag//

Gerade fällt mir noch eine weitere Seite ein, die mich sehr beeindruckt hat. Es ist die Homepage von Jens Söring, der nach eigenen Angaben unschuldig in Virgina, USA im Gefängnis sitzt und von dort aus über das amerikanische Justizsystem bloggt. Sehr lesens- und empfehlenswert, weil sachlich und beobachtend geschrieben.

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Nov 13 2011

#Pilotsendung: Warum Journalisten öffentlich arbeiten müssen

Seit fast drei Wochen arbeiten wir an unserer Pilotsendung. Eins meiner Vorhaben war: Bei meiner Recherche eng mit dem Netz zusammen arbeiten. Der Plan war ambitioniert, erfolgreich, hat aber auch nur halb geklappt. Welche positiven und negativen Auswirkungen soziale Medien auf das journalistische Arbeiten haben können – mein Fazit in losen Stichpunkten. Die Cons zuerst.

CON: Man muss es wollen

Der wahrscheinlich wichtigste Punkt zuerst. Wer sich nicht für Kommunikation begeistern kann, wer Hemmungen vor sozialen Medien, dem Internet und viel Tippen hat, wer es nicht schätzt sich mit Wildfremden auszutauschen oder sich öffentlich mit seinem Halbwissen “nackig” zu machen, der kann hier aufhören zu lesen. Wer all das ablehnt, ist aber wahrscheinlich im Journalis eh falsch aufgehoben.

Denn Recherche ist immer Arbeit, sie auch noch (halb-)öffentlich zu betreiben eröffnet viele neue Chancen, ist aber auch nicht einfach. Vor allem für die Journalisten der “alten Schule”, die es gewohnt sind, im stillen Stübchen zu arbeiten, stets in der Angst, jemand anders könnte schneller sein oder mitbekommen, woran gerade gearbeitet wird ist der Paradgimenwechsel enorm.

Crowdsourcing - it works!

Crowdsourcing - it works!

CON: Langer Atem und Nachhaltigkeit

Vor allem weil sich die Erfolge nicht über Nacht einstellen. Meine 1400 Follower bei Twitter sind aus 2 Jahren kontinuierlicher Aktivität erwachsen. Ständige Kommunikation, Feedback, Austausch sind Garant dafür, auch wahrgenommen zu werden.

Das dauert zwar, ist aber auf die Dauer nachhaltiger. Dass ich so aktiv im Netz bin, hat mir bei diesem Projekt enorm geholfen. Aber ohne mein vorheriges “Investement” wäre es mir nicht gelungen.

CON: Ablenkung

Wer twittert schweift schnell ab. Sich zu fokussieren, sich nicht ablenken zu lassen ist die größte Herausforderung im Zeitalter der Timelines und Newsströme.

Ich bin darin nicht immer so gut, wie ich es gern wäre. Doch letztendlich ist das einer der Bestandteil der oft beschworenen Medienkompetenz, die wir alle lernen müssen.

CON: Hoher Zeitaufwand

Hinzu kommt ein relativ hoher Zeitaufwand. Ich hatte eigentlich vor, die Pilotphase viel intensiver zu bloggen. Doch mit dem Einarbeiten in ein mir fremdes Themenfeld, dem Suchen nach Drehorten und Gesprächspartner, der Orga und den Drehs selber ist ein Reportertag mehr als gut ausgefüllt.

Abends den Stand der Recherchen fü den interessieren Leser zusammen zu fassen hätte locker ein bis zwei Stunden länger gedauert. Ich habe mich daher aufs Twittern “beschränkt”, was sich aber für die (Recherche-)Arbeit als sehr tauglich dargestellt hat. Und vielleicht ist soviel Transparenz und up-to-date-sein gar nicht notwendig?

CON: Schwäche zugeben

Dem journalistischen Stand haftet oft der Ruf der Arroganz an. Häufig zu Recht. “Ich will gar nicht wissen, was die Leute über meine Artikel denken”, sagte mir kürzlich ein Freund. Für mich ein nicht nachzuvollziehender Standpunkt, schließlich mache ich meine Berichte und Filme für die Menschen da draussen.

Jedes Feedback ist daher wichtig, ob positiv (Ermutigung) oder negativ (potentielle Verbesserung). Doch wer zugibt, dass er sich verbessern kann, zeigt vermeintlich Schwäche. Das ist nicht jedes Menschen Sache.

Gerade gelernt, dass Ratings von Ratingagenturen in ihren Augen nur "Meinungen" sind, auf die man sich nicht verlassen sollte. #Pilotsendung
@doktordab
Daniel Bröckerhoff

PRO: Experten treffen, gemeinsam recherchieren

Dass viele Journalisten lediglich ein gesundes Halbwissen haben, möchten sie daher auch ungern zugeben – eines der größten Probleme des Journalismus derzeit. Ihr Unwissen öffentlich kund zu tun, scheint vielen daher eine Deligitimation ihres Berufes gleich zu kommen.

Dabei sehe ich gerade in sozialen Medien die Chance, auf Experten zu treffen oder gemeinsam zum Experten zu werden. Dass wir nicht alles wissen können, sollte mittlerweile gesunder Common Sense sein. Und selbst wenn es nicht um Expertenwissen geht: Es gibt viele Menschen da draussen, die gute Tipps haben.

#Folloerpower: Suche nette Kneipe in Berlin, die gern bei sich drehen lassen für eine kleine Saufrunde mit Politiker-Kindern. #Pilotsendung
@doktordab
Daniel Bröckerhoff

Einer der wichtigsten Hinweise für meine Recherchen kam zum Beispiel über die Twitter: Der Verweis auf den hervorragenden Dokumentarfilm “Inside Job”, der mir die US-Finanzkrise 2008 anschaulich und ausführlich erklärt hat.

Auch ein vermeintlicher WLAN-Störsender, den mir ein “Occupy Frankfurt”-Aktivist beim Dreh präsentierte, konnte mittels Crowsourcing und Hive-Mind als “wahrscheinlich irgendwas anderes” identifiziert werden. Die zwei Stunden, in denen wildfremde Menschen mir halfen, das Bauteil zu identifizieren waren für mich ein Schlüsselmoment: Es funktioniert!

Das soll ein WLAN-Störsender sein, gefunden in einem Busch am #occupyfrankfurt-Camp. Wer das verifizieren? http://t.co/bck2DqqJ
@doktordab
Daniel Bröckerhoff
@ Spannungswandler/Netzteil scheint mir eher plausibel,aber für mehr bräuchte man ein höher auflösendes Bild. Störsender-Netzteil?
@ scheint ein mini Netzteil zu sein. grün und braun sehen zwar aus wie eine Antenne - glaub ich aber nicht.
@grillenverboten
Peter Grillen

Den Drehort für einen meiner Reporter-Beiträge haben wir ebenfalls per Followerpower gefunden – allein hätte ich mich totgesucht bei der Recherche nach kamerafreundlichen Bars in Berlin.

PRO: Man lernt andere Perspektiven kennen

Ich glaube nicht an objektiven Journalismus und auch nicht an “Wahrheit”. Ich glaube an Perspektiven, Diskurse und Subjektivität – aber auch an die Fähigkeit des Menschen, sich Meinungen zu bilden und diese ändern zu können (und zu dürfen).

An jede Geschichte und Recherche gehe ich mit meinem eigenen persönlichen Zugang und meiner kulturell geformten Prädisposition. Ich kann nicht aus meiner Haut und auch nicht aus meinen Denkmustern – aber ich kann mich bemühen für andere Argumente oder Sichtweisen offen zu sein.

Hierbei hilft das Netz ungeheuerlich. Hier finden sich alle Arten von Meinungen, Denk- und Sichtweisen, alle möglichen Menschen, mit denen man sich austauschen und an denen man sich reiben kann. Um zu einer eigenen Meinung zu kommen, kann ich mir keinen geeigneteren Ort vorstellen.

PRO: Themen & Zugänge sondieren

Ebenso gibt es keinen besseren Ort, um Stimmungen und Zugänge abzuklopfen. Als ich ankündigte, dass wir mit den Söhnen von Ralf Stegner und Winfried Kretschmann einen alkoholgeschwängerten Abend verbringen würden, war die Begeisterung groß.

@ Yay! Wenn du die wirklich abfüllst und das drehst... Ich lach mich jetzt schon weg xD
@benbfranklin
Anonymous

Auch dass das Krisen-Thema interessieren würde war schnell klar, als ich ständig und stetig Feedback über Twitter und Facebook bekam. Für Journalisten, die allzu oft im elfenbeintürmigen Nebel stochern das ideale Tool zum Sondieren von Themen.

PRO: Es macht Spaß

Der beste Grund: Es macht Spaß. Punkt.

Fernsehen und web2.0 geht nich? oh doch und wie! @ #ff
@anmedja
AnjaTV

Genau.

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Okt 14 2011

Diskussion: Darf der #occupy-Protest von Parteien vereinnahmt werden?

Die Occupy-Bewegung schwappt aus den USA zu uns herüber. Für morgen sind bundesweite Demonstrationen angekündigt. Dürfen Parteien den Protest für sich vereinnahmen?

Letzten Mittwoch haben Kollegin Tina Schober und ich bei Zapp diesen Beitrag über die Occupy-Bewegung gemacht.

Einer der diskutierten Schlusssätze drehte sich darum, wer die angekündigten Proteste in Deutschland wohl für sich vereinnahmen könnte. Wir tippten auf DIE LINKE Angesichts der Realität war unsere Prophehezeihung allerdings sehr bescheiden.

@BenbFranklin reichte mir heute diesen Artikel aus der Berliner Rundschau weiter. Darin findet sich ein munteres Potpourri von Politikerstimmen aller Parteien, die sich irgendwie mit den Protesten solidarisieren oder zumindest Verständnis äußern.

Ich reichte den Link auf Twitter weiter:

Soviel zur Vereinnahmung: Die deutsche Politik stellt sich hinter Bankenprotest. http://t.co/fuQK9cI7 #Occupy
@doktordab
Daniel Bröckerhoff

Nicht ahnen, dass sich darauf eine muntere Diskussion ergeben könnte:

@ @ @ Es kommt uns nu recht. Die Vereinnahmung rennt gegen die Wand un wir kriegen weiter Vortrieb. #anonymous
@benbfranklin
Anonymous
@ @ @ Heuchler ! Wer, wenn nicht Politiker, könnten die Banken an die Kandare nehmen? @
Bin gespannt, @ und @, ob wir morgen Parteiabzeichen sehen. Das gibt schöne Diskussionen! #15oct #15o #occupy
@sinnvolk
sinnvolk
@ @ sie legitimieren die Proteste und kriegen fettes Blaming das sie es nicht selbst getan haben xD so geil
@benbfranklin
Anonymous
@ @ich laß meine fahne morgen auch erstmal zuhaus. wir sollten den politikzirkus einfach raushalten.
@linksrum
Oliver
@ @ @ /Früher gabs an Zügen Viehwagen! Also lasst Sie aufspringen, und sperren wir Sie rein! Die Mitmachpolitiker!
@Raimund2502
Raimund Rothlübbers
Mutti soll's richten, wird/will 's aber nicht tun. Werdet erwachsen!@ @ @ @
@linksrum
Oliver

Ich kenne keinen der Diskutanten persönlich und bin nicht mit jeder Äußerung einverstanden. Allerdings finde ich die Frage sehr interessant:

Dürfen oder Sollen Parteien und andere Institutionen den Occupy-Protest für sich vereinnahmen?

Über eine angeregte Diskussion hier würde ich mich sehr freuen.

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Aug 5 2011

Facebook-Privacy: Trotz Deaktivierung werden Aktivitäten im Stream angezeigt

Wer auf Facebook unterwegs ist, wird für seine Freunde zum gläsernen Nutzer. Fast alle Aktivitäten wie neue Bekanntschaften, Veranstaltungen oder abgegebene Kommentare werden im Stream von Freunden angezeigt. Eigentlich soll man dies ausschalten können. Kann man auch. Aber nur auf seiner Pinnwand. Typisch Facebook-Logik.

Eigentlich hatte n-tv Netzreporter Moritz Wedel alles richtig gemacht. In seinen Pinnwand-Optionen hatte er angegeben, dass neue Kommentare und neue Freundschaften NICHT in den Streams seiner Freunde angezeigt werden sollen.

Die Funktion findet sich gut versteckt unten rechts am Ende der Pinnwand:

 

Facebook-Pinnwand Optionen
Gut versteckt unten rechts auf der Pinnwand ist das Menü “Optionen bearbeiten”

Dort kann man sehen, welche Aktivitäten versteckt wurden. Das sieht bei mir so aus:

 

Diese Aktivitäten sollen meinen Freunden eigentlich nicht angezeigt werden

Diese Aktivitäten sollen meinen Freunden eigentlich nicht angezeigt werden

Aktivitäten verstecken kann man, in dem man in seinem Profil rechts auf das Kreuz neben der Aktivät klickt und diese verbergen lässt.

Im Chat mit Moritz kamen wir auf seine neue Bekanntschaften zu sprechen, woraufhin Moritz sich wunderte, dass ich diese sehen konnte. Denn eigentlich hatte er die Aktivität (s.o.) ausgeschaltet. Trotzdem wurden seine neuen Freunde in meinem Stream angezeigt:

 

Trotz abgeschalteter Benachrichtung: Moritz neue Freundschaften werden in meinen Stream angezeigt

Trotz abgeschalteter Benachrichtung: Moritz' neue Freundschaften werden in meinen Stream angezeigt

Das Kuriose: Auf seiner Pinnwand ist hingegen NICHT zu sehen, dass er neue Freunde hat:

 

Auf Moritz' Pinnwand: Keine Spur von neuen Freundschaften
Auf Moritz’ Pinnwand: Keine Spur von neuen Freundschaften

Heißt im Klartext: Man kann zwar auf seiner Pinnwand ausschalten, dass Aktivitäten wie neue Freundschaften, abgegebene Kommentare oder neue Veranstaltungsteilnahmen nicht angezeigt werden. Im Stream der Freunde tauchen sie scheinbar trotzdem auf.

Bravo Facebook! Die Logik “Pinnwand-Eintrag ist ungleich Stream” kannst auch nur Du entwickeln.

HINWEIS: Ich hab diesen “Bug” jetzt nur mit Moritz’ Profil und nur bei “neuen Freundschaften” nachprüfen können. Aber es würde mich überraschen, wenn das anders anders wäre. Vielleicht kann das noch jemand anders irgendwo reproduzieren und hier posten? Danke!

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Aug 4 2011

Reißt euch endlich zusammen!

Der digitale Graben will sich einfach nicht schließen. Seit Jahr und Tag bekriegen sich Netzaktivisten, Politiker und Wirtschaftsvertreter mit virtuellen Sprachgeschützen. Die einen weil sie die Freiheit im Netz als bedrohte Chance sehen, die anderen weil ein unreguliertes Web Sinnbild für Anarchie und Chaos ist. Doch anstatt auf die Sturköpfe in Politik und Wirtschaft zuzugehen, überschüttet die digitale Bohemia sie mit Hohn und Spott. Lustig zwar, aber kontraproduktiv. Es wird Zeit, sich endlich zusammen zu reissen.

Es war wieder einer dieser Tage. Das Oslo-Attentat war noch nicht mal ansatzweise verarbeitet, da meinte Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschlandfunk: „Diese schreckliche Tat von Oslo wurde ja nur scheinbar von einem Einzeltäter begangen. Jetzt wird immer mehr bekannt über seine Internet-Kontakte. In Wahrheit wurde diese Tat im Internet geboren.“

 

Photocollage Uhl und Alarmknop

Hihi, ein blöder Politiker. Lustig. Aber irgendwie auch Lame.

Was folgte war beinahe absehbar: Aus der Äußerung wurde innerhalb kürzester Zeit ein Mem, es wurde geshitstormt, gebloggt, gerantet was das Zeug hielt.

Der Effekt: Eine kleine Äußerung eines Politikers aus der zweiten Reihe erhielt mehr Aufmerksamkeit, als ihr eigentlich zustand. Die Debatte um Freiheit und Kontrolle im Netz war damit keinen Millimeter voran gekommen. Stattdessen wieder einmal die Fronten verhärtet: Hier die Internet-Versteher, dort die Internet-Regulierer. Lame.

Rituelles Ranten

Die unüberlegte Uhl-Äußerung ist nur das EIN Beispiel dafür, was schief läuft in der Debatte. Der Netzprotest hat sich längst ritualisiert: Ein Politiker sagt etwas internetahnungsloses im Fernsehen, fordert etwas netzfeindliches in der Zeitung oder bringt einen bedingungslos dämlichen Vorschlag zur Überwachung unserer Computer im Bundestag.

Anstatt den Ahnungslosen beiseite zu nehmen und ihm in Ruhe zu erklären, warum sein toller Vorschlag geistiger Dünnpfiff ist, beginnt der öffentliche Spott der Netzaktivisten.

Dabei wird häufig übersehen, dass ein Verspotteter selten eingeräumt hat, dass er im Unrecht ist. Im Gegenteil: Er sieht sich in seinen hohlköpfigen Argumenten bestätigt („Im Internet wohnen nur Terroristen, die auf Randale aus sind.“ / „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum“ / etc ) und macht erst Recht weiter. Ein Teufelskreis.

„Die Medien sind schuld!“ „Nein – aber auch.“

Man muss diesen elendigen Zustand auch den Nachrichten-Redaktionen ankreiden, die sich mit wohligem Grunzen auf jede blödsinnige Forderung und Killerspiel-Anschuldigung stürzen, die in irgendeinem Berliner Flur in die Hauptstadtstudio-Mikrofone gefurzt wird. Man muss nicht jede unüberlegte Forderung eines Hinterbänklers gleich mit einem Artikel veredeln, nur weil es sich so schön schmissig anhört.

Man muss diese Artikel aber auch nicht mit dem immer gleichen „Oh, wie dämlich ist das denn?!“  versehen und über die Kanäle pusten. Man kann, man darf, man muss sowas vielleicht einfach ignorieren. Sonst wird aus einer blöden Idee in irgendeinem Blog eine blöde Idee in den Medien eine blöde Idee im Bundestag.

Ein kurzes Seufzen sei erlaubt. Aber dann sollte man sich wieder an das Positionspapier oder den Blogpost setzen, die jenem beschränktem Hinterbänkler in seiner verkorksten Sprache erklären, warum er aus einem vergangenen Jahrhundert stammt. Das ist das Einzige, was wirklich hilft: Ausdauerndes Bohren von Holzköpfen, beratungsresistente Systeme knacken, schnarchlangweilige Sitzungspapiere studieren und übersetzen, Hinterzimmergespräche bis der Magen vor lauter Kaffee und Keksen rebelliert.

Gewöhnen wir uns dran!

Die Politik hat lange Zyklen, merkwürdige Rituale. Gewöhnen wir uns endlich daran. Wir werden dieses politische System mit all seinen Gremien, Konferenzen und Papieren nicht innerhalb von wenigen Jahren ändern, egal wieviel wir spotten, ranten, schimpfn und Blinkebanner bauen.

Der Shitstorm ist der einfache Weg. Das Mem das billigste Argument. Der Rant das unüberlegteste Positionspapier. Doch alle sind weder nachhaltig noch wirksam. Sie sind – zugegeben – lustig, unterhaltsam und haben kulturwissenschafltich betrachtet ihren Sinn. Sie tragen zur Gruppenbildung und zum Zusammenhalt bei, sie fungieren als Code, der die Gruppe erst konstituiert und aufrecht erhält. Nur wer den Code entschlüsseln kann gehört dazu. Doch die Meme wechseln mittlerweile so schnell, dass ein Tag reicht, um nicht mehr im Bilde zu sein. Worum ging es nochmal bei „modegeworden“? Achso…

Der digitale Stammtisch liebt es, auf „die Großen da oben“ zu schimpfen, sich auf Twitter zotige Anekdoten über ihre Unfähigkeit zu erzählen und unterscheidet sich darin in gar nichts mehr von den ungeliebten Runden in deutschen Vorstadtkneipen. Man sucht sich als Angriffsstelle stets das schwächste Glied; den, der am wenisten weiss und am meisten glaubt, die Lösung zu kennen. „Er hat ‚kein rechtsfeier Raum gesagt! Auf ihn mit Gebrüll!“ Dass es auch durchaus vernünftige Gespräche mit Politikern geben kann, scheinen nur die Wenigsten zu wissen. Oder wissen zu wollen.

Blasengehabe einer peudo-elitären Truppe

Wenn Meme und Shitstorm zum Selbstzweck werden, sind sie jedoch nichts weiter als selbstreferentielles Blasengehabe einer pseudo-elitären Truppe. So werden Gräben nur noch tiefer gemacht, anstatt sie durch vermitteln und erklären endlich ein Stück weit zuzuschütten.

Warum es soviel Spaß macht sich derart lustvoll bekriegen liegt auf der Hand. Hinter der Auseinandersetzung liegen in sich geschlossene Wissen-, Denk- und Glaubenssysteme, die für ähnliche Probleme grundverschiedene Lösungsansätze bieten. „Diskurse“ nannte der Soziologe Pierre Michel Foucault diese Systeme, die in Gesellschaften herrschen und unterdrückt werden und widmete ihrer Analyse einen Großteil seines wissenschaftlichen Lebens. Wer einem Diskurs anhängt, so Foucault, hat immer Recht. Glaubt er. Die anderen haben dagegen Unrecht und müssen bekämpft werden. Denn in Diskursen geht es immer um Macht.

Foucault war der festen Überzeugung: Erst wenn wir verstehen, in welchen Kategorien wir denken und handeln, an was wir warum glauben, können wir diese auch überwinden. In diesem Konflikt heisst das: Erst wenn wir verstehen, warum viele Altvordere das Internet als Bedrohung betrachten und diese Sichtweise wirklich nachvollziehen, kann es uns zum Dialog kommen. Nur wer sich ernst genommen fühlt, ist auch bereit Kompromisse einzugehen. Nur wer verstanden hat, ist für vernünftige Lösungen offen.

Ein Forderungskatalog

Verschwendet eure Zeit nicht weiter mit Pöbeln! Es ist kontraproduktiv, pubertär und kostet Zeit und Energien, die woanders gebraucht werden.

Bündelt eure Energien! Bildet Banden! Teilt auf, wer welchen Politiker virtuell stalken soll, wer welche Positionspapiere auseinander frickelt, wer wo bei einem Kongress auftaucht! Tauscht euch aus. Beratet euch. Schmiedet Pläne.

Lasst Gags nicht zum Lebenssinn werden! Ein Lacher zwischendurch ist in Ordnung. Doch wer verspottet statt ernst zu nehmen, wird ewig gegängelt statt irgendwann in Ruhe gelassen.

Seid nachhaltig! Bleibt an den Themen länger dran als nur drei Tage! Verfolgt die Entwicklung, schaut in die Terminpläne, checkt die Agenda! Politik hat einen anderen, sehr langsamen Rhythmus, der dem schnellen Internet diametral entgegen steht – passt euch an!

Erklärt ihnen „Das Internet“. Wieder und wieder. Bis ihre Ohren bluten und eure Zungen lahm sind. Zeigt es ihnen, schreibt es auf, bloggt es und lasst sie ausprobieren. Macht euch nicht zum Kasper, sondern zum Lehrer. Oder um es mit den Worten von Markus Hündgen zu sagen: „Man muss den Leuten nicht den Hintern abputzen, aber man muss ihnen schon zeigen, wo das Klo ist.“

Es ist ein harter Weg. Aber es ist der einzig denkbare.

Dies ist die unredigierte Fassung meines Hyperland-Artikels “Reisst euch endlich zusammen!”

Nachtrag: Dieser Artikel wäre ohne die Inspiration und den Einfluss von Markus “@videopunk” Hündgen nicht entstanden. Beachten Sie auch bitte seinen kurzen Beitrag dazu: “Die Sache mit dem Glaubenskrieg”

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Jul 30 2011

Mein SocialMedia-Mix
– wie ich Facebook, Twitter und GooglePlus nutze

Seit ein paar Wochen haben wir also nicht nur Facebook und Twitter als digitale Spielzimmer, sondern auch noch GooglePlus. Da man die anderen kleinen Spielwiesen getrost vernachlässigen kann, konzentriert sich das digitale Leben auf diese drei Player. Doch welches Netzwerk wie nutzen? Hier meine vorläufige Lösung.

Facebook – Meine digitale Lounge-Area

Meine 460 Facebook-Kontakte kenne ich fast alle persönlich oder ich habe (bis auf ganz wenige Ausnahmen) wenigstens schon mal ein paar mehr Worte über die üblichen Kanäle mit Ihnen ausgetauscht.

Inhaltlich dümpelt Facebook daher sehr an der Oberfläche. Die meisten meiner Kontakte posten persönliches Zeug oder Dinge, die sie mögen, um inhaltliche Auseinandersetzungen geht es fast nie.

 

Meine Facebook-Seite

Meine Facebook-Seite: Unwichtiges mit Niveau

Aber genau deswegen erfüllt Facebook sehr gut seinen Zweck mit Menschen in Kontakt zu bleiben, die ich nicht unbedingt jeden Tag sehe. Manche lerne ich so erst richtig gut kennen – mit positiven und negativen Resultaten.

Meinen Facebook-Kanal füttere ich daher auch mit Nichtigkeiten und Small-Talk-Themen. Beschwerden über’s Wetter, schöne Musik, lustige Begebenheiten und Links, ab und zu mal einen interessanten Artikel, den ich lesenswert fand. Harmlos, amüsant, unterhaltsam.

Dabei halte ich mich an die goldene Regel: Nicht mehr als 5 Posts pro Tag. Sonst droht der Overkill und die Spam-Keule wird geschwungen. Facebook – ein guter Platz zum Entspannen und Abhängen.

Ich bei Facebook: facebook.com/doktordab

Twitter – mein persönlicher Newsroom

“Entspannen und Abhängen” kann ich auf Twitter dagegen nicht. Hier rauscht das digitale Leben nur so an mir vorbei. Ich folge hier 626 Twitterern, die fast alle viel bis sehr viel zwitschern.

Ausgewählt habe ich sie nach dem Content, die sie posten, nicht nach persönlichem Kennen. Hier zählen für mich vor allem interessante Links zu den Themen, die mich interessieren sowie Kommentare dazu oder Einschätzungen zur Welt- und politischen Lage.

Twitter ist so für mich zu meinem persönlichen Newsroom geworden, aus dem ich für mich relevante Inhalte ziehe und in den ich für mich relevanten Inhalt wieder einspeise. Finde ich einen Link interessant, einen Artikel lesenwert poste ich ihn bei Twitter.

 

Mein Twitter-Stream

Mein Twitter-Stream: Links und Meinungen

Der Dienst packrati hebt die Links dann auf den Bookmarking-Dienst delicious, wo sie noch einmal gespeichert und vor allem durchsuchbar werden. So kann ich noch Monate später einen Artikel wiederfinden, in dem es z.B. um “Anonymous” und “LulzSec” geht.

Da ich berufsbedingt viel lese und teilweise über Twitter auch mit anderen Interessierten diskutiere, können da am Tag schon mal +50 Tweets bei rumkommen.

Trotzdem heisst das nicht, dass Twitter für mich völlig anonym ist. Über die letzten drei Jahre habe ich dort einige interessante und sympathischen Menschen kennengelernt, mit denen ich mich heute freundschaftlich verbunden fühle.

Trotzdem bleibt Twitter – auch durch die Zeichenbegrenzung – für mich der ideale Dienst um schnelle und kompakte Meldungen zu erhalten oder zu versenden. Nichts im Netz ist derzeit schneller als Twitter. Aber dadurch mitunter auch enorm anstrengend.

Ich bei Twitter: @doktordab

GooglePlus – der Debattierclub für Strebernerds

Ich hab lange nicht gewusst, was ich mit G+ anfangen soll. Irgendwie ist das Netzwerk aufgrund der Circle-Logik wie Twitter, aber auch irgendwie wie Facebook. Also was tun? Welchen Content posten? Den irrelevanten von Facebook? Oder den inhaltlich spannenden von Twitter?

Durch Lernen und Beobachten bin ich zu dem Schluss gekommen: Weder das eine, noch das andere. Wer Links von mir haben will, sollte zu Twitter gehen. Wer mich belangloses quatschen hören möchte zu Facebook.

GooglePlus entwickelt sich in meinen Augen in eine ganze andere Richtung: Die internationale Geekschaft trifft sich dort wie in einem altenglischen Gentleman’s Club und redettippt sich die Köpfe (bzw. Finger) heiss.

 

Mein GooglePlus-Stream

GooglePlus: Gentlemen's und -women's Debattierclub

Das liegt an zwei Dingen: Zum einen hat G+ keine Zeichenbegrenzung, weder für Posts, noch für Kommentare. Jeder kann so lange seinen Senf ablassen und Dampf dazugeben wie er mag. Das führt dazu, dass Leute wie Markus “Videopunk” Hündgen schon laut darüber nachdenken das Bloggen einzustellen, weil das Zentralisierte ja eh mehr Sinn macht.

Teilweise muss ich ihm Recht geben. Statt sich die Meinungen zum aktuellen netzpolitischen Thema auf netzpolitik.org, beim RA Stadler und beim AK Zensur zusammen zu suchen ist bei GooglePlus alles zusammen geführt, weil dort kommentiert wird als ob es kein Morgen gäbe.

Auf der anderen Seite hat das den Effekt, dass G+ fast nicht mehr konsumierbar ist. Das liegt vor allem daran, dass das Design nicht die Kommentare standardmäßig einfach einklappt, sondern die ersten 20 Posts (oder so) anzeigt. Ein halbe Stunde GooglePlus kann dann schon mal drei Bildschirme lang sein. Scroll-Terror vom Feinsten.

Auch hab ich nicht immer Lust mir die ellenlangen Ausführungen durchzulesen. In diesen Momenten vermisse ich Twitter, wo die User gezwungen werden, die Quintessenz ihres Denkes zu formulieren. Nicht immer leicht, hilft aber oft beim eigenen Argumentieren.

Trotzdem wird sich G+ auf die Dauer etablieren. Da bin ich fest von überzeugt. Ob es das Bloggen ablöst? Ich hoffe nicht.

Ich bei G+: www.gplus.to/doktordab

Ausblick

Meine Ausarbeitung zeigt: Noch erfüllen die unterschiedlichen Dienste unterschiedliche Aufgaben. Zuweilen ist das lästig: So muss ich nicht nur einen Twitterclient laufen haben, sondern auch bei Facebook und GooglePlus angemeldet sein, wenn ich die volle Dröhnung haben möchte.

Zusammen mit FeedReader und den üblichen Internetseiten, die offen bleiben “müssen” ergibt sich ein ganz schöner Information-Overload. Allein das Hin- und Herschalten frisst Zeit und Nerven.

Das wird sicher nicht ewig so bleiben. Die Anbieter werden versuchen ihren Dienst so attraktiv zu machen, dass man dort sich sowohl informiert, als auch abhängt oder unterhalten lässt. Das wird für mich irgendwann problematisch, wenn nicht mehr klar zu trennen ist, was ich wo machen kann oder möchte.

Die Unternehmen wünschen sich indes nichts mehr, als die User nur an sich zu binden und die Konkurrenz im eigenen Stream ersticken zu lassen. Ob das so gut ist, wenn EIN Dienst marktführend ist, ist eine andere, aber leicht zu beantwortende Frage. Ob es überhaupt dazu kommen wird? Ich glaube vorerst nicht.

Interessant? Sag es weiter! Facebook ist aus Datenschutzgründen vorerst nicht mehr verfügbar.

Jul 9 2011

Netzwerk-Terror: G+, FB, Twitter – Ich bin genervt!

Seit gestern Abend habe ich jetzt also auch einen GooglePlus-Account. Mein erster Eindruck: Check ich nicht. Achso, doch. Mein zweiter: Oh, sind ja alle relevanten Geeks und Nerds schon da. Mein dritter: Noch ein Netzwerk bespielen? Das nervt!

Mein Kommunikationsdrang hat also noch einen Spielplatz mehr. Als ob ich nicht schon genug Möglichkeiten hätte, mich zu vernetzen und auszutauschen will jetzt auch noch ein Google-Netzwerk gefüttert werden (das zugegeben ganz ordentlich und brauchbar aussieht).

Mein Problem: Schon jetzt verbringe ich teilweise (zu)viel Zeit damit, alle möglichen Contentschleudern zu überwachen und die Diskussionen und Postings dort zu verfolgen und mitzumischen.

Twitter allein würde ausreichen, um mich den ganzen Tag lesend und postend zu halten. Plus RSS-Feeds, plus Mails, Chat-Providern und Facebook und vielleicht noch das eine oder andere Special-Interest-Netzwerk = Adé Arbeitszeit.

Zeitfresser Netzwerk

Allein das Hin- und Herschalten zwischen Facebook, Twitter und G+ verschlingt Zeit, noch dazu, wenn alle möglichen Bekannten auf einmal anfangen das eine hier, das andere dort zu posten und irgendwann das große Durcheinander beginnt.

Kam der Link jetzt von Twitter oder muss ich ihn bei G+ suchen? Fand die Diskussion bei Facebook statt oder war das in einer Mail? Und über welchen Kanal erreiche ich Freund xy jetzt am besten? Einfach mal alle ausprobieren?! Terror.

Verweigern? Keine Option.

Natürlich könnte ich mich dem Verweigern. Natürlich könnte ich auch weiter #außenvor bleiben. Allein: Es entspräche weder meinem Naturell, noch meinem Interesse, erst Recht nicht meinem beruflichen. Denn das besteht nun mal auch darin, vernetzt zu sein und zu bleiben, das Netzwerk auszubauen und aus sowie über den digitalen Lebensraum zu berichten

Das Hauptproblem sind indes nicht die vielen verschiedenen Netzwerke, sondern ihre gegenseitige Abgeschottetheit. Wie damals in den Anfangszeiten der Internet-CD-Roms kann man nicht von einem Netzwerk ins andere kommunizieren. Auch teilt mir Facebook nicht mit, dass ich in einem Tweet erwähnt wurde und die Diskussion bei G+ kann nicht auf Twitter gelesen werden.

Alles bleibt in den jeweiligen digitalen Wänden und kann auch nicht von links nach rechts umgezogen werden. Was auf Twitter passiert bleibt Twitter und kommt nicht zu Facebook, G+ oder von mir aus wer-kennt-wen. Und vice versa.

Was auf Twitter passiert, bleibt auf Twitter

Warum das die Netzwerke machen ist nachvollziehbar. Sie wollen ihre Nutzer an sich binden und hoffen darauf, das dominante Netz zu werden.

Doch die Taktik ist userunfreundlich und wird letztlich dazu führen, dass die Diversität leidet. Kein Normalsterblicher wird freiwillig 25 verschiedene Kanäle bedienen, wie es die Alphageeks derzeit tun:

@ Anekdotische Evidenz: Twitter-Traffic steigt, weil alle darüber tweeten, was sie auf Google+ machen.
@BendlerBlogger
Sascha Stoltenow

Denn die meisten User sind schon mit einem Netzwerk gut bedient. Eines wird übrig bleiben, der Rest dicht machen (vlg MySpace) oder als Nischennetzwerk sein Dasein fristen.

Dass das nicht gut ist, wissen wir seit der Vorherrschaft von Facebook: Wer dominiert bestimmt die Regeln und hat mehr Infos in der Hand, als es uns lieb sein kann.

Wo bleibt das Meta-Netzwerk?

Was es wirklich braucht ist eine Art Meta-Netzwerk, das alle möglichen Netzwerke zusammenfasst, so wie es Multi-Messenger wie Adium oder Trillian für Chat-Protokolle tun. Dafür braucht es entweder offene Schnittstellen (APIs) oder ein gemeinsames Protokoll, das den Austausch zwischen den Netzwerken möglich macht. Idealerweise liegen die Daten auf unseren eigenen Homeservern, so dass wir Kontrolle darüber haben, wer wann darauf zugreifen darf und kann.

Tweetdeck mit der Möglichkeit auch auf seinen Facebook-Feed zuzugreifen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch die Facebook-Einbindung ist wirklich nur etwas für Liebhaber oder hartgesottene Design-Verachter. Übersichtlich ist etwas anderes.

Ein wirklich nutzerfreundliches und ansehnliches Meta-Netz ist daher noch lange nicht Sicht. Diaspora ist einer der ersten Versuche, ein dezentrales Netzwerk aufzubauen. Aber die Entwicklung zieht sich, wie das bei Community-Projekten ohne große Firma im Rücken halt so der Fall ist. Dementsprechend wenig ist auf Diaspora los.

Auch andere Versuche wie status.net sind noch lange nicht auf dem Weg in den Mainstream, geschweige denn dort angekommen.

Das wird auch noch dauern. Solange werde ich mit Spannung beobachten, welches Netzwerk wie benutzt wird und das Rennen macht. Und genervterweise einen Kanal mehr bedienen. Hmpf.

//UPDATE 11.07.2011, 11:01//

Zwei weitere Tage sind ins Land gegangen. Mittlerweile hab ich aus GooglePlus mittels Fluid eine eigene App gemacht, die neben meiner FB-App wohnt. Heisst: Ich gewöhne mich an G+. Schon nett da, irgendwie.

Der Konsum geht aber deutlich zu Lasten von Twitter, was ich sehr bedaure, weil Twitter für mich aufgrund der Zeichenbegrenzung immer noch der beste Content-Aggregator ist und bleibt. Nirgends kann man so schnell Content durchwühlen und Stimmungen aufnehmen.

G+ macht dagegen gerade den Eindruck einer großen Party: Alle sind da und freuen sich darüber. Aber tanzen will noch niemand so richtig. Aber wegbleiben will ich auch nicht.

Womit ich wieder beim Zeitproblem wäre: ein weiterer Kanal verlangt nach Aufmerksamkeit. Auf die Dauer wird das nicht gut gehen. Zumindest nicht für mich.

Ich fand es übrigens sehr schön, was Kixka über die Anfangszeit bei G+ gebloggt hat:

“In den ersten Tagen ähnelte Google+ daher gelegentlich einem sehr gut gestyltem Designer-Swingerclub, in dem sich Sexbegeisterte im Miteinander an den neuen Geräten austobten und für das Glück auf Erden hielten.”


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Jun 8 2011

Warum man die Facebook-Gesichtserkennung nicht ausschalten kann

Die Nachricht, dass Facebook seine Gesichtserkennung in Deutschland live geschaltet hat sorgt derzeit für viel Aufregung on- und offline. Oft wird dabei auf Tutorials verwiesen, die erklären, wie sich die Gesichtserscannung deaktivieren lässt. Dabei wird jedoch nicht erwähnt, dass das schon rein technisch gar nicht möglich ist.

Kollege Markus “@videopunk” Hündgen bringt es auf den Punkt:

1. Die Facebook-Gesichtserkennung lässt sich nicht abschalten.
2. Im Nutzerprofil abschalten lässt sich nur die Vorschlagsfunktion.
3. Die Gesichtserkennung läuft trotzdem bei Facebook und verknüpft somit bestehende Daten verschiedener Profile.
4. Wer die Gesichtserkennung abschalten will, muss sein Facebook-Profil löschen.

Die Erklärung: Um zu wissen, ob jemand auf einem Foto ist, der vorgeschlagen werden möchte (oder eben nicht vorgeschlagen möchte), MUSS Facebook alle Fotos scannen. Erst dann weiß das System, ob die Person ihre Zustimmung gegeben hat oder nicht und macht entweder den Vorschlag oder lässt es sein.

Ergo: Facebook scannt ab sofort ALLE hochgeladenen Fotos. Und das kann NICHT ausgeschaltet werden.

Ob sich das Unternehmen tatsächlich merkt, wer auf welchen Fotos ist und wer daher mit wem enger befreundet oder verbandelt ist, wie Markus in Punkt 3. meint, ist derzeit noch Spekulation.

Aber Facebook wäre nicht Facebook, wenn die Daten nicht irgendwie zumindest gespeichert werden würden.

//NACHTRAG//

@mediengerecht schrieb mir gerade:

@ Gemäß Blogpost betrifft das übrigens nur Bilder, die mit dem Facebook-Uploader (Web) hochgeladen werden. nicht über Drittapps.

Und hier übrigens noch ein Blogpost von @isotopp zum Thema.

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Jun 6 2011

Willkommen im iGefängnis // UPDATE

Apple hat seinen neuen Synchronisier-Dienst iCloud vorgestellt. Die Idee: Alle Daten sollen zwischen den verschiedenen Apple-Geräten hin und her synchronisiert werden. Ein praktischer Service – und möglicherweise brandgefährlich.

Die Ankündigungen von Apple-Chef Steve Jobs zogen manchem Beobachter die Schuhe aus:

Krass - diese Keynote wird in die Geschichte eingehen. Ähnlich revolutionär wie die Keynote damals bei der Einführung des iPhones. #wwdc
@SebJabbusch
Sebastian Jabbusch

(Anmerkung: Andere waren nicht so begeistert, aber darum soll es jetzt nicht gehen.)

Kommt ein neuer Umgang mit Daten?

Ob das, was Apple heute vorgestellt hat tatsächlich geschichtsträchtig ist, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall könnte es einiges an der Art und Weise ändern, wie Apple-Nutzer mit Daten umgehen.

Denn viele besitzen mehr als eins der Style-Geräte, manche haben einen wahren Gerätepark zu Hause stehen. Auf den iPhones, iPads, MacMinis und MacBooks immer alle Daten auf dem neuesten Stand zu halten, kann schnell zur Lebensaufgabe werden.

Zwar gibt es mittlerweile eine ganze Menge an Synchronisierdiensten (ich empfehle Wuala, für iPad-Nutzer ist laut @ulihegge dagegen Dropbox unentbehrlich, weil es in viele Apps integriert ist), aber diese erfordern immer noch einen halbwegs technikaffinen Nutzer, der in ungefähr weiß, was er will.

Apple nimmt die User an die Hand

Apple nimmt dagegen seine User wieder an die Hand und will mit iCloud scheinbar alles im Hintergrund und von allein regeln. Diese Philosophie hat dem Unternehmen den Ruf der Nutzerfreundlichkeit eingebracht – aber auch der Nutzergängelung. Apple-Dienste an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, ist schlichtweg nicht vorgesehen. Und so wird es bei iCloud vermutlich auch sein.

Zugegeben: Viele von den Apple-Diensten sind funktionstauglich und intuitiv. Und so werden wohl auch viele Nutzer auf die iCloud zurückgreifen, einfach weil es einfach ist. Milliarden von Fotos, Word-Dokumenten, Excel-Dateien, pdfs, Fotos, Emails, Kontakten und Terminen werden auf den Apple-Servern landen und zwischen den Geräten hin- und herfliegen.

Doch es gibt da mehrere Haken. Kollege Jabbusch trifft es abermals auf den Punkt:

Hacker der Welt - vergesst Sony! Lasst uns die Apple iCloud hacken! Viel geilere Daten :D #wwdc
@SebJabbusch
Sebastian Jabbusch

Ich kann mir die sabbernden Mundwinkel von Hackern wie der @lulzsec-Crew lebhaft vorstellen, die bei dem Gedanken daran Apple zu blamieren sicher feuchte Finger bekommen haben.

Andere Crews werden versuchen, die Terabyte von Daten in ihren Besitz zu bringen, die da in Apples Wolke liegen – ein lohnender Hack, sollte er gelingen. Wer weiß, wie viele Firmengeheimnisse oder pikante Enthüllungen da drunter sind?  @ben_Sal brachte es auf den Punkt:

Und dann Cloud dir jemand die Daten.

Sicher wird Apple alles unternehmen, um so ein PR-Desaster zu verhindern. Doch versuchen werden es trotzdem viele. Und 100%ige (Daten-)Sicherheit gibt es im IT-Zeitalter leider nicht.

Eine Wolke sie zu beherrschen, sie alle zu binden

Doch es gibt da noch ein weiteres Problem: Die Konzentration von Daten auf ein Unternehmen. Am Wochenende berieten sich deshalb auf der FSW-Konferenz lauter kluge Köpfe darüber, wie man dezentrale soziale Netzwerke ermöglichen kann.

Ihr Hauptargument für diese Bemühungen: Es ist nicht gut, wenn einer alles über alle weiß. Netzwerk-Riese Facebook hat in kurzer Zeit ein unheimliches Wissen über uns angesammelt – wer sagt, dass dieses Wissen nicht auch mißbraucht werden kann oder schon wird?

Dass auch Google zu viel weiß, ist mittlerweile eine Binse. Nun schickt sich Apple an, die Daten seiner Nutzer auf seinen Servern zu konzentrieren. Es ist nicht gesagt, dass der Konzern dies ausnutzen wird. Aber die theoretische Möglichkeit besteht.

Werden die Daten verschlüsselt?

Auch für die Strafverfolgungsbehörden ist iCloud keine ungute Nachricht. Ich bin gespannt, wann der ersten Durchsuchungsbefehl von iCloud, wegen des Verdachts der Piraterie, Kinderpornographie, Verbreitung von terroristischen Schriften etc, ausgestellt wird.

Logisch: Wer Schindluder treiben will, wird die Finger von iCloud lassen. Aber nichtsdestotrotz ist zur Zeit noch völlig unklar, wie Apple die Daten sichern will und an wen sie sie im Zweifel rausrücken. Werden die Daten in diesem Falle verschlüsselt sein? Wenn ja: Wer hat den Key?

Was ist mit Pornos?

Eine weitere, auf den ersten Blick lustige, auf den zweiten Blick aber berechtigte Frage hat Nadine:

Sagt mal, kann ich pornöse Nacktfotos hochladen oder verbietet das Steve? #iCloud #WWDC

In der Vergangenheit gab es immer wieder Ärger mit Apple, weil diese ihre puritanischen, amerikanischen Wertevorstellungen durchsetzen wollten: No Nudes! Das war schlecht für App-Betreiber, die Nackedei-Sachen verkaufen wollten. Aber auch die BILD hatte ihre Problemchen deswegen.

Dass Unternehmen alle möglichen komischen Sachen in ihre AGBs schreiben, hab ich hier schon mal an anderer Stelle bemerkt. Ich bin gespannt, was Steve Jobs in die iCloud diktiert.

iCloud = iGefängnis?

Was mir bei all dem zusätzlich Sorgen macht, ist die wachsende Abhängigkeit von Apple. Sukzessive bekommt das Unternehmen immer mehr Bedeutung, mehr Verantwortung und einen größeren Einfluss auf unser Leben. Mit Benutzung der iCloud geben wir einen weiteren Teil unserer Selbstbestimmung ab, verlassen uns darauf, dass die Apple-Server es schon richten werden, werden Teil des Apple-Netzes.

Abermals sehe ich es genauso wie Sebastian:

So, ich möchte jetzt gerne die iCloud auf meinen eigenen Server legen. Darf ich das? #wwdc
@SebJabbusch
Sebastian Jabbusch

Von mir aus könnte das Teil sogar ein Apple-Server sein, der mir für zuviel Geld verkauft wird. Hauptsache, er läuft unabhängig, ist einfach zu bedienen und steht bei mir zuhause. Aber darauf werde ich wohl lange warten können.

Und so werde wohl auch ich heimlich und zerknirscht die iCloud nutzen. Weil es so verdammt einfach ist. Und ich für einen eigenen Server schlichtweg zu blöd bin. Weil es das Leben leichter macht. Und man die Abhängigkeit so selten merkt. Bis man von selber gar nicht mehr raus will. Ist ja so gemütlich hier.

Willkommen im iGefängnis.

//NACHTRAG//

Damit es nicht heißt, ich würde unreflektiert Apple-Bashing betreiben: Die Google-Android-Kombi ist natürlich keinen Deut besser, nur ist Google noch nicht ganz soweit wie Apple. Und ja: Andere Cloud-Dienste bergen ähnliches Potential wie iCloud. Nur stellen diese uns in der Regel nicht auch noch die Hardware, auf die sie per Remote-Update (jetzt auch neu!) zugreifen können.

//UPDATE 7.6.2011, 9:54h//

Laut @mediengerecht sind die Daten in der iCloud verschlüsselt.

//UPDATE 2, 7.6.2011, 12:02h//
Einen weiteren, interessanten Aspekt hat Kollege Ole Reißmann bei @monoxyd ausgegraben:

Ein Betriebsysstem, dass an einen persönlichen Account gebunden ist, der per Kreditkarte identifiziert wurde. MS wäre dafür gelyncht worden.
@monoxyd
monoxyd

Außerdem hat Apple die Produkt-Seite von “OSX Lion Server” live geschaltet. Für sparsame 39,99€ soll jeder aus seinem Mac einen Server machen können. Irrtum! Bei “OSX Lion Server” handelt es sich lediglich um ein Upgrade von “Snow Leopard Server“. Und das kostet satte 499€. Plus 39,99€ für’s Upgrade auf “Lion Server” natürlich. (Korrektur! Siehe Update 3) Cloud dagegen ist gratis.

Sollte ich mich also getäuscht haben? Lässt Apple uns doch alle Daten auch über unseren Server daheim syncen? Zumindest Mails, Kontakte und Kalender soll Lion Server synchron halten können.

//UPDATE 3 25.7.2011//

Wie mir Christian Roessner gerade glaubhaft versichern konnte, kostet die Server-Version von Lion 39,-€ und kann einfach auf die Lion-Installation aufgespielt werden. Eine Leopard-Server-Version ist nicht notwendig. In Summe kriegt man also einen Server für 69,-€. Gefällt mir.

Interessant? Sag es weiter! Facebook ist aus Datenschutzgründen vorerst nicht mehr verfügbar.