Die Medien, die Sozen, die Globalisierung. Und sie.

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Sie schrieb mir: „Ihr kümmert euch gar nicht um meine Nöte. Die von Asylanten sind euch viel wichtiger. In den Medien geht es nie um Altersarmut oder Wohnungsmangel. Weisst du eigentlich was das bewirkt, wenn man das Gefühl hat, dir sind die Sorgen eines jeden Asylanten wichtiger, wie meine. Und genau so ist das derzeit. Und das hat mir nicht die AFD geflüstert sondern das erlebe ich.“

Ich konnte ihr nur Recht geben. Der mediale Fokus ist völlig verschoben. Das Thema beherrscht alles bis hin zur EU – als ob es keine anderen Probleme geben würde. Aber das liegt auch daran, dass Medien der Politik folgen. Und die kennt derzeit nur noch dieses Thema.

Dazu passend las ich heute im Spiegel über den Grund für die Misere der Sozialdemokratie. Die hatte eigentlich Mal diese Menschen vertreten. Aber durch die Globalisierung und ihre Folgen wurden die einen Sozis erfolgreicher – und die anderen angehängt.

„Die Granden der sozialdemokratischen Parteien schwören auf Internationalisierung, Vertiefung der Europäischen Union, auf transnationale Vernetzungen und eine globale Weltgesellschaft. Die einstigen Kernwähler der Linken aus der industriegesellschaftlichen Tradition empfinden die Aussicht auf weitere Internationalität hingegen keineswegs als süßes Versprechen, sondern als bitteres Menetekel, als pure Bedrohung ihrer ohnehin schon fragilen beruflichen und sozialen Existenz“, schreibt Parteienforscher Franz Walter da.

Und so wenden sich die Verängstigten denen zu, die ihnen versprechen das Rad wieder zurück zu drehen – auch wenn es ihnen mehr schadet als nützt, wie Harley Davidson heute bewies. Die Firma kündigte an, als Konsequenz aus den EU-Zöllen mehr Produktion ins Ausland zu verlagern.

Die Frau, die mir da heute schrieb gehört nicht zu denen, die rechts abbiegen wollen. Aber mit den derzeitigen Parteien und Medien ist sie hoch unzufrieden. „Wenn es so bleibt, werde ich wohl die Tierschutzpartei wählen. Aber sicher nicht links/grün.“ Sie wird – so sieht es gerade aus – eher die Ausnahme sein.