Mehr Aufmerksamkeit, bitte!

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Wenn man in Berlin ist sollte man immer einen modernen Hut tragen, um nicht unter den modebewussten Menschen aufzufallen. Und Lilly Wagner treffen.

Wir haben mondän in Cafés gesessen, uns über Zufriedenheit unterhalten und festgestellt wie schwierig es ist, die zu erreichen. Gerade in unserer Branche, in der es primär um Aufmerksamkeit geht, wird ständig verglichen, wer wieviel vom Aufmerksamkeitskuchen bekommt und warum.

Das Perfide daran ist: es gibt immer jemanden, der/die gefühlt erfolgreicher, populärer oder auf jeden Fall aufmerksamkeitheischender ist als man selber. Und natürlich ist das in fast allen Fällen total ungerechtfertigt.

Es ist die perfekte Unzufriedenheits-Falle, in die besonders gern diejenigen mit leuchtenden Augen rennen, die eh unzufrieden sind. Meistens aber aus ganz anderen Gründen. Fast scheint es so, als _wollten_ viele Menschen nicht zufrieden sein. Denn dann müsste man ja auch annehmen, dass die selbstgesteckten überhöhten Ziele unerreichbar sind. Und man selber voller Fehler und Schwächen.

Man müsste zugeben, dass das perfekte Leben vor allem aus Imperfektion besteht. Und die mögen wir Deutschen so überhaupt nicht. Wer unperfekt ist, hat sich nicht genug angestrengt.

Dabei ist es am anstrengendsten, seine eigene Imperfektion anzunehmen und sie genau so zu lieben, wie seine guten Eigenschaften. Was dann wieder nicht heißen darf, dass man seine Schwächen mit „Ich bin halt so“ wegschruggt ¯\_(ツ)_/¯ und sich wie ein Honk benimmt.

Das Interessante ist aber: Wenn es gelingt, das innere Zufriedenheitslevel auf ein gesundes Maß zu bringen – ganz ohne Einfluss von außen – kommen auf einmal all die Dinge, die das unzufriedene Ich vorher noch so herbeigesehnt hat. Der Weg dahin ist allerdings kompliziert.

Ungefähr so kompliziert wie euch zu erklären, warum ich dieses Ding auf dem Kopf trage. Aber eigentlich wollte ich ja nur eure Aufmerksamkeit damit erregen.