Für mehr mediale Gelassenheit

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Diese Woche ist mir wieder aufgefallen, wie hysterisch unsere Medienlandschaft ist – und dass auch ich mich immer noch zu oft davon anstecken lasse.

Angefeuert durch noch hysterischere Sozialmedien regte ich mich zusammen mit anderen über Jens Spahn auf, der Dinge von sich gab, die nichts mit seinem Job als Gesundheitsminister zu tun hatten – und deswegen eigentlich auch egal sein könnten.

Dann veröffentlichte die ZEIT einen undifferenzierten Artikel von Jens Jessen über den angeblich undifferenzierten #metoo-Feminismus – und allein schon deswegen hätte diese „Wutrede“ besser ignoriert werden sollen, die nur auf Provokation aus war. Mit wütenden Menschen ist ein vernünftiger Austausch nicht möglich.

Aber viele lassen sich durch ignorante, undifferenzierte oder sonstige unqualifizierte Kommentare schnell triggern. Der Effekt ist Puls auf der einen Seite und (eigentlich ungerechtfertigte) Aufmerksamkeit für die andere. Gewonnen? Nix. Außer Aufregung auf allen Seiten und noch tiefere Gräben.

Derzeit scheint ist es sehr einfach andere zu provozieren – aber am Ende sagt das genau soviel über diejenigen aus, die sich aufregen lassen wie über die, die Aufregung produzieren. Wer in seiner Mitte ist und einen sachlichen Diskussionsbeitrag von einem ignoranten unterscheiden kann, klettert nicht so schnell auf die Wutpalme.

Diese Mitte versuche ich gerade zu finden, damit ich sowohl privat als auch beruflich weniger Zeit auf Bäumen verbringe. Die anderen kann ich nicht ändern, das lerne ich gerade anzunehmen. Aber mich kann ich ändern.

Und dann versuche ich mich immer an unseren Winterurlaub in Ägypten zu erinnern, als mir die ganzen Aufreger für zwei Wochen total egal waren. In diesem Sinne: Wünsche ich euch ein entspanntes Wochenende. Für mehr Gelassenheit! Und weniger Drama.