Das Problem ist nicht antisemitisches Mobbing, sondern…

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Der hier geht raus an alle, die letzte Woche das Mobbing einer Zweitklässlerin für noch mehr Mobbing und Hetze missbraucht haben. Das hat mich ernsthaft erzürnt.

Denn das wahre Problem ist in solchen Fällen nicht „antisemitisches Mobbing“, sondern: Mobbing. Für ein Kind ist es erstmal egal, warum es von anderen fertig gemacht wird. Sei es, weil es die „falsche“ Haarfarbe, Hautfarbe, Religion, Ethnie, Staatsbürgerschaft, Klamotten oder den „falschen“ Körper hat – es ist alles gleich schlimm zu ertragen. Bei mir waren es damals das falsche Alter und die falschen Modemarken – schon war ich raus.

Denn mobbenden Kindern ist es auch gleichgültig, aus _welchem_ Grund sie jemanden ausschließen. Sie sind zuweilen brutal – und sie finden immer einen Grund bei ihrer Suche nach Identität und Zugehörigkeit. Dagegen müssen wir primär vorgehen. Und ihnen beibringen, wie sie eine Identität bilden können, ohne andere zu diskriminieren.

Natürlich orientieren sich Kinder dabei an ihren Eltern – und auch das muss angegangen werden. Aber wer so tut, als würde ein halbjüdisches Mädchen an einer vornehmlich muslimischen Schule nicht mehr gemobbt, wenn jetzt ein bisschen öffentlichkeitswirksam gegen Antisemitismus vorgegangen wird, verkauft auch Diät-Cola mit dem Versprechen, davon würde man abnehmen.

Das Grundproblem liegt woanders. Bei fehlendem Mitgefühl. Beim falschen Gedanken ein Zusammengehörigkeitsgefühl nur herstellen zu können, wenn man andere ausschließt. Beim Wunsch sich dafür zu rächen, dass man selber ausgeschlossen wird.

Und alle anderen Mobbing-Opfer dürfen sich zurecht fragen, warum ihr Mobbing nie bundesweit thematisiert wurde. Ist es schlimmer von Muslimen gemobbt zu werden als von Christen oder Konsumfetischisten? Diese völlig fehlgeleitete Islam-Hysterie macht mich wahnsinnig.

Wenn Du bis hierher gelesen hast: Schreib in die Kommentare, warum Du gemobbt wurdest.