Die Geschichte einer Woche.

Das Leben als Journalist, Moderator und Vater spült mir manchmal merkwürdige Gegensätze ins Leben.

Die letzte Woche begann mit einer halbkranken Familie – und wir alle wissen, dass schlimmer als Vollkranke nur Halbkranke sind. Erst sitzen sie in der Ecke und geben wimmernde Laute von sich, die an ein baldiges Ableben glauben lassen.

Die bald Hinterbliebenen greifen zum Telefon, um die Verwandtschaft zum letzten Gruss ans Bett zu bestellen, da springt der/die/das Todkranke plötzlich auf und will ein 3-Gänge-Abendessen machen / die Reifen wechseln / mit Bauklötzen werfen. Nur um 10 Minuten später jammernd nach Decke, Tee, Liebe und der letzten Salbung zu rufen und sich bitter zu beklagen, warum denn niemand sieht, wie nah am Tod gerade gesurft wird.

Am Mittwoch traf ich Oliver aus Hannover und der war dagegen das übersprudelnde Leben. Allerdings brachte auch er den stetigen Gedanken an das Übermorgen und das „Was dann?“ mit.

Der Dreh mit ihm und seiner Spardosen-Mentalität (damit will er sich bis 40 finanziell unabhängig machen), war so überzeugend, dass ich fast die gesamte Wohnungseinrichtung verkauft hätte, um die Familie in einen Bauwagen umzuziehen.

Dann fiel mir ein, dass ich ja noch auf die Wintersale-Lieferung mit Klamotten, die ich eigentlich gar nicht brauche wartete. „50% von totalüberteuert sind 50% gespart“, dachte ich mir und fühlte mich gleich viel vernünftiger und finanziell unabhängig.

Alles Gedanken, die Freitag Nacht auf der #Berlinale-Party von @ufafiction und @gala_magazin keinen Zutritt hatten. Hier galt Gönnung und gesehenwerden, das selber-sehen war irgendwie sekundär. Wer nicht gerade gefilmt und fotografiert wurde, filmte und fotografierte halt sich selber. (Bei manchen dürften diese Fotos mehr Publikum bekommen als die professionell geschossenen.)

Ich dränge mich an Jimmiy Blue und Verona Pooth vorbei, um halb in Highheel-Jorge geschubst zu werden. Im Hintergrund wurde Sami Slimani vorbeigespült. Ja, es gibt ihn wirklich, dachte ich. Und musste im Hotel erstmal einen Tee trinken.

Und zwischen all diesen Polen des Garnicht- und Vollkonsums, der halben und ganzen Krankheiten begann das Wochenende mit einer halben Erkältung und endete mit Familienbesuch. So, wie so eine Woche enden soll. Total chaotisch.