Asyl-Proteste & Willkommens-Parties: Ist Deutschland verrückt geworden?

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Erst rechte Krawall-Demos vor Flüchtlingsunterkünften, dann Willkommens-Parties an Bahnhöfen. Gegen die Griechen auf Abmachungen pochen, bei Flüchtlingen Dublin aussetzen – ist Deutschland verrückt geworden? 

Das fragen sich zumindest unsere Nachbarn mit Blick auf unsere Regierung. Eine n-tv-Kollegin analysiert hier sehr treffend, wie geschickt und pragmatisch die Kanzlerin die Umstände für sich genutzt hat. Denn die Flüchtlinge wären so oder so gekommen. Warum nicht eine Image-Kampagne daraus machen?

Wo ich aber mitgehe: Das herzliche Willkommen an vielen Bahnhöfen hat auch mich gerührt, aber das allein wird nur der erste von vielen, vielen weiteren Schritten sein. Die Erstversorgung und dann die Integration von so großen Zahlen von Menschen wird anstrengend und Geld, Zeit und Kraft kosten. Das muss uns allen bewusst sein. 

Wir müssen davon ausgehen, dass zumindest die syrischen Flüchtlinge lange, wenn nicht für immer hier mit uns leben werden. Sie werden unser Land verändern, wie auch wir sie verändern werden – wenn beide Seiten das zulassen und bereit sind, dafür arbeiten – an sich und mit anderen. Integration ist keine Einbahnstrasse, sondern ein gemeinsames Projekt. 

Dass es gelingen kann, das sehe ich an meiner Familie – und an vielen anderen Familien, die multinational und -kulturell zusammenleben und -lieben.