Die Mär von den einfallsreichen Schlagzeilen

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Ganz schön viele Mären unterwegs…

Ich weiß ja nicht, ob die Kollegen bei SZ, Tagesspiegel und Welt was gegen Journalismuspapst Wolf Schneider haben, der seit Jahrzehnten über schlechte Sprache, einfallslose Schlagzeilen und Adjektive in Texten anschimpft.

Aber mit solchen Floskel-Doppelungen treibt man seinen Blutdruck sicher in die Höhe. Und dann handeln auch noch alle Kommentare vom Ukraine-Konflikt.

Ganz abgesehen davon, dass das hier ein Fall für die @floskelwolke ist – Kommentare, die so strittige und schwierige Themen wie Nato-Osterweiterung und Geopolitik in so einfache Kategorien wie „Wahrheit“ und „Mär“ einteilen, sollten sich nicht nur über ihre Headlines Gedanken machen.

Hier die Original-Links:

// gefunden auf Facebook via Daniel Kottmair in der Facebook-Gruppe „ARD und ZDF und ihre neoliberalen Lügenmärchen“ (Der folge ich aus beruflichem Interesse.)//



  1. Rebentisch

    Gut geniggemeiert! Indes, es geht doch auch um einen Job, der unter zeitlichem Druck liefern muss. „Mär“ ist doch eigentlich hübsch gewählt, besser als „Lüge“ allemal, da freut sich der Hausjurist. Geradezu bildungssprachlich und nett. Vor allem aber kurz und prägnant.

    Was zählt ist, dass Dopplungen in der eigenen redaktionellen Zusammenstellung ausbleiben. Ob verschiedene Zeitungen ähnliche Lösungen finden, für das Texten von Überschriften hat es keine Bedeutung.

    Karl Kraus rotiert im Grabe weiter und weiter. Wolf Schneider hat seine eigene Insel. Auf dieser sitzt er, und er erzählt dem Nachwuchs die Mär von der „besseren“ Zeitungssprache. Wie bei allen Stilkundlern ist sein Ideal basal, und so ganz altväterlich „frisch“. Alle anderen machen ihren Job und ihre Fehler. Das dürfen sie. Das sollen sie.


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