Feedback, bitte: Funktionieren Rant-Videos im linearen Fernsehen?

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Drei Settings, drei Rants – Zeit für Feedback

Im Internet ist eine Parallel-Mediengesellschaft entstanden, die inbesondere Bewegtbild nach ganz eigenen Regeln selber produziert. Verlage, private Sender und der öffentlich-rechtliche Rundfunk hadern aus vielen Gründen jedoch immer noch mit diesen und anderen aktuellen Medienrevolutionen. Zeit, etwas zu ändern und sich anzunähern.

Ich gebe es gern zu: Auch ich habe immer noch meine Schwierigkeiten mit Webvideo – und ich bin damit wahrscheinlich nicht allein. Auf den Webvideoplattformen hat sich in den letzten Jahren eine ganz eigene Ästhetik um sehr spezielle Formate entwickelt, die für klassische Fernsehmacher – wie ich es von Hause aus bin – doch eher gewöhnungsbedürftig sind.

Let’s unbox Schmink-Videos!

Videoformate wie „Let’s play„, Schmink-Tutorials, Unboxing-Videos, Videorants sind nur die bekanntesten Auswüchse einer Selfmade-Medienkultur, die es geschafft hat mit vergleichsweise geringem Budget viele Zuschauer zu erreichen. Doch gerade das damit vermittelte Gefühl des Authentischen, vermeintlich Echten und auf-Augenhöhe-sein ist es, was lineares Fernsehen und Webvideo unter anderem trennt.

Ich habe mich gefragt, was passiert wenn man versucht, diese beiden Welten einander anzunähern und dieses Jahr für Zapp bislang drei Videos in Webvideo-Ästhethik gedreht. Für traditionelle Fernsehmacher ein ziemlicher Tabu-Bruch, für ein Medienmagazin, das sich mit Medienwandel beschäftigt ein konsequenter Schritt, über den ich mich sehr freue, weil wir so nicht nur über diese Dinge berichten, sondern sie selber ausprobieren.

Hier der erste Film über Grabenkämpfe zwischen Print und Online:

Hier Film Nummer zwei über Journalisten in politischen Interessensvereinigungen:

Der aktuellste Rant von letzter Woche unterscheidet sich von den ersten beiden im Setting, aber auch in den verwendeten Schnippseln und der Art der Aufbereitung.

Etwas Feedback dazu gab es schon, sowohl sehr positive Rückmeldungen („Fernsehen 3.0!!!“) wie auch totale Ablehnung oder Skepsis:

Mich würde aber nochmal ein dezidierteres Feedback interessieren: Ob euch die Art gefällt, ob sie im linearen TV funktioniert oder ihr sowas nie wieder sehen wollt, welche Elemente ihr mögt, welche nicht, welches Setting besser ist, welche Länge ihr für verträglich haltet oder was ihr euch wünschen würdet. Eure ungeschminkte Meinung bitte in die Kommentare.



  1. zeilentiger

    Frei heraus? Will ich so was nie mehr sehen. Allerdings bin ich, das vorweg, eh nicht interessant: Ich schaue üblicherweise weder lineares Fernsehen noch Webvideo (sondern lese oder höre im Netz).

    Was mich wirklich wahnsinnig nervt, sind diese Zuspieler „Oh yeah“, Grimassen usw. Erträglicher finde ich (Film 1), wenn um dich herum etwas zur Unterstreichung passiert oder eingeblendet wird: das Beispiel mit der Zahnpasta oder die Webwerbeeinblendungen fand ich okay. Das – in meiner Wahrnehmung – sinnfreie Brot mit Hackfleisch in Film 2 hingegen wieder unnötig.

    In Film 3 gefällt mir sehr gut die Dynamik des Sprechers, also dass und wie du dich bewegst. Nur ist mir der Schnitt zu heftig, diese harten Sprünge finde ich sehr unangenehm.

  2. Andrea

    Ich finds prinzipiell gut und machbar auch im Linear-Fernsehen. Der erste ist mir zu „Sendung mit der Maus“-mäßig von der Erklärhaltung, der zweite zu langsam (liegt wahrscheinlich v.a. an den langen OTs), den dritten finde ich gelungen, aber etwas lang. Wahrscheinlich funktionierst am besten bei Themen, die den Autor wirklich aufregen. Und letztlich ist es ja auch nicht soooo neu. Beim Tagesschau-Kommentar sprechen auch Leute direkt in die Kamera, nur in Ultra-seriös und langweilig. Und das mit den Mini-Zuspielern machen Raab und Christoph Süß bei quer ja irgendwie auch. Was mich interessieren würde ist, wie das Rechtlich mit deinen Zuspielern geht…
    Ich finde es jedenfalls so gut, dass ich demnächst auch mal ranten darf. Auf ARDalpha.

  3. Thomas

    Obwohl ich nicht mehr der Jüngste bin fand ich es auf jeden Fall zu lang. Man hat´s schon nach der Hälfte der Zeit verstanden. Habe mich dann in der zweiten Hälfte des 1. Films gefragt, ob wohl die Tür vor der ein Sofa steht noch benutzt wird, oder ob das Sitzmöbel für den Dreh umgestellt wurde? Davor kam aber noch die Frage nach dem Sinn der Installation des T-Com Speedports über der Tür. Verbessert das die Reichweite in der Wohnung oder teilt Ihr Euch mit dem Bewohner darüber den Zugang via W-Lan?

    • Daniel Bröckerhoff

      Danke für’s Feedback, Du beziehst Dich auf den ersten Film nehme ich an. Der ist in einem NDR-Raum entstanden, von daher erklärt sich die eher ungewöhnliche Installation des Routers und ja, das Sitzmöbel haben wir dafür umgestellt 😉


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