Wer bestimmt unsere Trends?

Jedes Mal, wenn ich alte Bilder von früher(tm) sehe, frage ich mich, was mich da in Punkto Mode, Bart- und Haartracht eigentlich geritten hat. Ich vermute zwar, dass ich mich zu dem Zeitpunkt irre gut frisiert und angezogen gefühlt haben muss – aber heute würde ich im Leben nicht mehr so rumrennen. Denke ich. Und dann laufen auf einmal auf der Straße Menschen jüngeren Alters umher und tragen fast exkat dieselben Modesünden wie ich damals(tm). Wie kommt sowas?

Für unsere 51. Sendung Klub Konkret haben wir uns auf die Suche nach den Ursprüngen von Trends begeben. In Hamburg hab ich die Jungs und Mädels vom Frontlineshop getroffen, die mich in Punkto Style und Trendscouting erstmal aufgeklärt haben.

Woher jetzt solche „Mega-Trends“ kommen, hab ich zwar nicht erfahren, aber dafür hätte man wahrscheinlich einen dieser ominösen Trendforscher befragen müssen, die ja immer von Medien herbei zitiert werden, wenn man wissen will, was gerade „Trend“ ist und warum. Auch wenn ich da auch noch nie ne wirklich gute Antwort gehört habe.

Ich werde mir jedenfalls gut überlegen, ob ich mir eine „Cuffed Pants“ zulege – immer im Hinterkopf, dass ich das ja vielleicht in 5 Jahren wieder hochnotpeinlich finden könnte. Die Frage ist, 0b das überhaupt zu vermeiden ist.

Der hat soooo nen Bart

Genau wie die Sache mit dem Bart, den ich mir in den letzten Monaten wie fast alle Männer um mich herum hab wachsen lassen. Bis dahin hatte ich zwar immer Haare im Gesicht, aber teilweise auf 2mm herunter gestutzt. (Kann man gut in alten Klub-Reportagen sehen.) Nun ließ ich die Haare sprießen – mit eher durchwachsenem (haha!) Ergebnis.

Denn leider gab es da so einige kahle Stellen und irgendwie wuchs auch alles durcheinander. Ich hab dann mal jemanden gefragt, der sich auskennt: Steht mir das? Und warum haben das jetzt eigentlich alle?

Was in der Sendung ein bißchen zu  kurz gekommen ist: Die Frage nach den Grenzen der Individualität, was das Ganze mit Gruppenzugehörigkeit zu tun hat und natürlich: Dass diese ganzen Trends vor allem auch den Zweck haben, uns noch mehr Zeug zu verkaufen, auch wenn uns das Alte im Grunde noch warm und trocken hält. Was ja mal der eigentliche Sinn von Kleidung gewesen ist.

Meine vorerst letzte Sendung…

Das wäre vielleicht Thema für eine Folgesendung – wenn das Format fortgesetzt wird. Das hängt unter anderem davon ab, ob die Ministpräsidenten am Freitag ARD und ZDF mit einem „crossmedialen Jugendprogramm“ (ja, das heisst wirklich so) beauftragen. Denn dann sieht es gut aus für den Klub.

Falls die Pläne, bei den Öffentlich-Rechtlichen gebündelt einen Kanal für „junge Leute“(tm) zu schaffen nicht fruchten – dann… ja, weiß auch keiner so Recht, was  passieren wird.

Also: Daumen drücken und Bettelfaxe an die Ministerpräsidenten schicken!



  1. Tilman

    Bestimmte Modetrends sehen nicht im Nachhinein scheisse aus – sie sind es schon, nur traut sich niemand es laut zu sagen. Ich fand jedenfalls Schulterpolster, Brikettschuhe, Motorradgürtel, Rücken-V-Ausschnitt, Minipli, Vokuhila oder dreifarbige Frisuren bei Frauen schon damals doof. Man ist aber höflich. Leute die „im trend“ sind, werden als oberflächlich angesehen.

    Kleine Ausnahme für heute: „Leni“ sieht bescheuert aus im „Jaron Lanier“ look, weswegen ich die Sendung nicht geschaut habe (Augenkrebs!), obwohl der Hinweis am Anfang (Kai Dieckmann als Trendende) gut war. Hinweis an „Leni“: auch Jaron Lanier nimmt niemand ernst, ausser Internet-Ausdrucker. Lanier war schon in den 90ern ein Schwätzer.


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