7 Tipps für (angehende) freie JournalistInnen

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Wenn man es nicht selbst macht, machen es halt andere…

Freiberuflichkeit ist ein Segen und ein Fluch gleichzeitig. Man ist unabhängig und keinem verpflichtet – aber genauso unstet beschäftigt und für sich selbst verantwortlich. Mal ist viel Geld da, mal fast gar keins und regelmäßige Arbeitszeiten hat man eh nicht. Doch dafür kann man im Idealfalle machen, was man will. Ein (Alp-)Traum für jeden unabhängigen Geist.

Doch Freiberuflichkeit im Journalismus ist längst nicht mehr immer freiwillig. Viele Verlage und Sender setzen in den Zeiten des Medienwandels lieber auf flexible Kräfte als sich mit Stammpersonal dauerhaft zu belasten.

Doch wenn man weiß, wie man sich als Freier aufstellen muss, um genug Jobs und Aufträge zu bekommen, kann man davon eher profitieren als darunter zu leiden.

Hier sind meine Tipps aus bescheidenen fünf Jahren Berufserfahrung:

7 Tipps für (angehende) freie JournalistInnen
Curated by Daniel Bröckerhoff
1.) Begreife Dich als Unternehmer und Dienstleister
1.) Begreife Dich als Unternehmer und Dienstleister
1.) Begreife Dich als Unternehmer und Dienstleister
1.) Begreife Dich als Unternehmer und Dienstleister
1.) Begreife Dich als Unternehmer und Dienstleister
  • Die Redaktionen sind Deine Kunden, denen Du ein Produkt verkaufst. Behandele sie so, ohne Dich dabei zum Horst zu machen. Tritt selbstbewusst auf, ohne arrogant zu wirken.
  • Sei proaktiv – in den seltensten Fällen kommen die Jobs und Aufträge von selber. Biete Geschichten also so an, dass man sie Dir abkaufen will. Wenn die Story nicht in drei Sätzen erzählt ist, hast Du wenig Chancen.

  • Sei innovativ, erlaube Dir ungewöhnliche Ideen, aber mach Dich schlau, für welche Redaktion welcher Zugang interessant ist.

  • Mach Dich mit Buchhaltung und Finanzdingen vertraut. Erstelle eine Kalkulation, was Du zum Leben brauchst und wieviel Du dafür einnehmen musst. Besorge Dir einen erfahrenen Steuerberater und sei nett zum ihm. Sammele Belege und hefte sie regelmäßig ab.

  • Behalte den Überblick über Deine Finanzen und wirtschafte konservativ. Die nächste Medienkrise kommt bestimmt.
2.) Definiere Dein Produkt
2.) Definiere Dein Produkt
2.) Definiere Dein Produkt
2.) Definiere Dein Produkt
2.) Definiere Dein Produkt

 

 

  • Frage Dich, welches journalistische Produkt Du verkaufen willst und kannst.

  • Biete keine austauschbare Massenware an, sondern spezialisiere Dich. Entweder auf eine Form oder auf ein Thema. Nur so wird man sich an Dich erinnern.

  • Generalisten sind leicht austauschbar. Fachjournalisten nicht.
3.) Sei sichtbar und auffindbar
3.) Sei sichtbar und auffindbar
3.) Sei sichtbar und auffindbar
3.) Sei sichtbar und auffindbar
3.) Sei sichtbar und auffindbar

 

 

 

  • Sorge dafür, dass man Dich kennt und wahrnimmt. Eine gut gepflegte Homepage ist ein Muss für jeden Freien.

  • Zeige dort wer Du bist und was Dich ausmacht.

  • Blogge über Themen, die Dich interessieren und zwar so, wie Du es magst. So kannst Du einen eigenen Stil entwickeln und ungezwungen ausprobieren.
4.) Vernetz Dich und misch Dich ein
4.) Vernetz Dich und misch Dich ein
4.) Vernetz Dich und misch Dich ein
4.) Vernetz Dich und misch Dich ein
4.) Vernetz Dich und misch Dich ein
  •  Vielleicht noch mehr als in anderen Berufen sind Netzwerke im Journalismus wichtig – denn Journalismus ist ein Vertrauensjob. Die lukrativsten Aufträgen und interessantesten Jobs bekommt man über Empfehlungen.
  • Sei also in sozialen Medien aktiv, find die dort für Dich relevanten Leuten, vernetze Dich mit ihnen und sorge dafür, dass sie Dich wahrnehmen. Das geht am besten, wenn Du Dich an Diskussionen beteiligst und proaktiv dazu beiträgst, dass sie einen Mehrwert für alle Beteiligten haben.
  • Gehe auf Kongresse, Netzwerktreffen, misch Dich dort ein, sei aktiv dabei und nicht nur passiver Zuhörer.
  • Bewirb Deine Stücke im Netz, weise auf Dich und Deine Arbeit hin. Sei offen für Feedback und dankbar für Kritik.
5.) Sei unverwechselbar
5.) Sei unverwechselbar
5.) Sei unverwechselbar
5.) Sei unverwechselbar
5.) Sei unverwechselbar

 

 

 

  • Gib Deinen Stücken ein persönliche Note, entwickele einen eigenen Stil und hab keine Angst davor, nicht konformistisch zu sein.

  • Hebe Dich von der Masse ab, in dem Du etwas tust, was so kein anderer tun kann. Das ist ein hohes Ziel, aber nicht unmöglich.

  • Lege Dir, wenn möglich, ein Markenzeichen zu. Sascha Lobo trägt nicht umsonst einen roten Irokesen.
6.) Sei zuverlässig und liefere gute Arbeit ab
6.) Sei zuverlässig und liefere gute Arbeit ab
6.) Sei zuverlässig und liefere gute Arbeit ab
6.) Sei zuverlässig und liefere gute Arbeit ab
6.) Sei zuverlässig und liefere gute Arbeit ab

 

 

  • Die beste Visitenkarte ist eine hohe Qualität Deiner Stücke und Zuverlässigkeit. Deine Recherche MUSS zuverlässig, Deine Kommunikation verlässlich sein und Deadelines solltest Du niemals ausreizen, wenn es nicht anders geht.

  • Wenn Du exzellente Arbeit machst, ist das mehr als die halbe Miete. Niemand arbeitet gern mit Schaumschlägern und Luftnummern.
7.) Hab Spaß, sei nett und sei kein Arschloch
7.) Hab Spaß, sei nett und sei kein Arschloch
7.) Hab Spaß, sei nett und sei kein Arschloch
7.) Hab Spaß, sei nett und sei kein Arschloch
7.) Hab Spaß, sei nett und sei kein Arschloch

 

  • Ein guter Tipp von Vice-Chefredakteur Rocco Castoro, gegeben auf dem Reporterforum 2014: Nett sein und Spaß haben.

  • Denn: Wir sind nicht auf der Welt, um anderen Leuten das Leben schwer zu machen. Wer anderen das Leben zur Hölle macht, kriegt es irgendwann wieder.

  • Was man mit Spaß und Freude tut, gelingt besser und ist auf die Dauer erfolgreicher als Dinge, zu denen man sich zwingen muss.

  • Und letzte Binsenweisheit: Wie man es ins Netz hineinruft, so schallt es heraus. Ein freundlicher Umgangston, auch im Konfliktfall, bringt immer bessere Ergebnisse als Rumgeraunze.

Wer die Slide-Show nicht mag und lieber Fließtext lesen möchte: Einmal auf das Plus-Zeichen klicken.

7 Tipps für (angehende) freie JournalistInnen


  1. Julia

    Hallo Daniel,

    der Artikel ist sehr schön und irgendwo auch aufbauend, wenn man in einigen Punkten vorher schon deiner Meinung war!
    Eine Frage habe ich zum Portfolio/derPräsenz/dem Blog… Ich habe bereits einen Blog, den ich ein wenig als mein eigenes kleines Online-Magazin verstehe. Natürlich kann man mich auch über diese Seite kontaktieren, aber dort möchte ich nichts schreiben wie „kontaktiere mich, um mich für dich zu buchen“. Daher plane ich, eine extra Internetpräsenz mit meinem Namen zu erstellen, auf der ich sage, was ich in etwa mache und dass man mich ja zur Kooperation gerne kontaktieren kann…

    Hältst du das für sinnvoll oder sollte sich meine Präsenz auf eine einzelne Page beschränken? Dann würde mir mein kleiner Blog aber irgendwie zu kommerziell erscheinen…

    Also irgendwie habe ich meine Frage jetzt schon selbst beantwortet, aber deine Meinung interessiert mich dennoch brennend 🙂

    Liebe Grüße
    Julia

    • Daniel Bröckerhoff

      Hallo Julia,

      Danke für Deine Frage. Es kommt sehr darauf an, wie man die Seite betreibt und was der Sinn dahinter ist. Ich hab mir Deine Seite angesehen und finde, dass Du ohne Probleme unter „über Raumzeichner“ noch schreiben kannst, dass man Dich für Jobs kontaktieren kann. Ein Satz unter „Was ich mache“ – das reicht.

      Da Deine Seite aber ja tatsächlich sowas wie ein eigenes Magazin ist, würde ich Dir raten, auf jeden Fall noch eine Seite mit Deiner Domain Juliafasshauer.de zu erstellen, schon allein aus SEO-Gründen. Und da kannst Du einfach ein Porfolio Deiner Tätigkeiten drauf packen, z.B. auch raumzeichner.de

      Hoffe, ich konnte Dir helfen.

  2. Eddy

    Okay, der Artikel ist schon ein paar Monate alt. Ich habe ihn erst heute entdeckt, weil Du Dich sichtbar gemacht hast (nämlich mit einem interessanten Kommentar in einem anderen Blog mit Angabe Deiner URL).

    Ich freue mich, dass das funktioniet hat. Denn Deine Tipps finde ich großartig. Nicht nur für Journalisten, sondern auch für Blogger anwendbar. Wie im Tipp 3 sogar wörtlich klar wird:

    „Blogge über Themen, die Dich interessieren und zwar so, wie Du es magst. So kannst Du einen eigenen Stil entwickeln und ungezwungen ausprobieren.“

    Diesen Tipp werde ich verbreiten, so gut ich kann! Wir brauchen viel mehr Blogger mit eigenem Stil und „hoher Qualität“. Alle anderen sind Schnullibulli und gehören in die Tonne.

    So, und weil ich kein Arschloch bin, gehört auch dieser Kommentar hier hin.

  3. Mister x

    Ein brandheisser Tipp an alle presse- und medienhuren :

    Statt für Speichel, Springer, Goebbels I und Goebbels II anschaffen zu gehen sucht euch doch alle lieber ein Plätzchen auf dem „richtigen“ Strich – ist vieeel zukunftsicherer.

    Ha ha ha ha

    Man könnte fast den glauben an eine höhere Gerechtigkeit wiederfinden.


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