Kicken & Kommerz: Wer verdient an Fußball-Fans?

Wer mich kennt weiß, dass ich mit Fußball eher weniger am Hut habe. Aber an dieser WM kommt auch der Klub – und somit auch ich – nicht vorbei. Egal wohin man derzeit schaut: Irgendein WM-Tingeltangel-Fifa-Dingsbums springt einem ins Gesicht und will Dir Zeug verkaufen. Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, hat jetzt sogar Stefan Raab in einem seiner WM-Songs meine heißgeliebte brasilianische Musik vergewohltätigt (wer sich das wirklich an tun will: Bitte schön.)

An der WM und an Fußball im Allgemeinen wollen also – Überraschung! – sehr viele Menschen Geld verdienen. Fußball ist – noch ne Überraschung – längst zur milliardenschweren Unterhaltungsindustrie geworden: Fußballvereine sind GmbHs mit Gewinninteresse und dass Spielergehälter in den Top-Ligen irgendwo zwischen „absurd hoch“ und „bittewas?!“ wundert eigentlich nur noch Menschen wie mich, die 90 Minuten Lebenszeit lieber in einen Film investieren.

Es war für mich also mehr als spannend, in diesen Fußball-Kosmos abzutauchen, um zu verstehen, wer hier eigentlich warum so viel Geld ausgibt, um anderen Menschen beim Sport treiben zuzusehen.

Klatsch-klatsch-klatschklatschklatsch-klatschklatschklatschklatsch-Holstein!

Die Reise begann für mich bei Drittligisten Holstein Kiel. Am vorletzten Spieltag bangten die Fans um den Abstieg, trotzdem wurde ich sehr nordisch-warm und herzlich auf- und sofort in die Mitte genommen.

Frauke und Matthias erklärten mir, dass das Stadion für sie wie ein Kind ist, Melvin und Cedric weihten mich in die hohe Kunst des Fanschal-Bindens ein und der Geschäftsführer des Vereins Wolfgang Schwenke klärte mich auf, was ein Klub Konkret-Banner in der Kurve kosten würde:

Doch ein Verein wie Holstein Kiel ist ja nur ne kleine Sprotte gegenüber den großen Fifa-Fischen. Dass es in dem Klub nicht immer mit rechten Dingen zugeht, kann man beim Kollegen Jens Weinreich nachlesen, der sich schon lange intensiv mit den Merkwürdigkeiten im Weltfussballverband beschäftigt.

Darf man der Fifa Geld in den Rachen schmeißen?

Ob man den Bagaluten um Joseph Blatter & Co mit seinem Geld noch mehr Profit bescheren darf, ist gerade für Hardcore-Rasensportfreunde eine schwer zu beantwortende Moral-Frage. In München hab ich mich daher mit Jungs getroffen, die sich ein Panini-Album auch mal ein paar hundert Euro kosten lassen und zur WM nach Brasilien fliegen und sie gefragt: Darf man das?

 

Die ganze Sendung samt Talk findet ihr oben eingebunden. Zu Gast war der sehr angenehmene Pavel Brunßen vom alternativen Fußball-Magazin „Transparent„, das selbst Ballsport-Dyslektiker wie mich zum Lesen über Runde und Eckige Dinge bringt.

PS: Zum Wirtschaftsfaktor Fußball gibt es eine kleine Studie von McKinsey, die nicht uninteressant ist.