Was hat die EU je für uns getan?

Am 25. Mai ist Europawahl. Und während das viele nicht zu interessieren scheint, gibt es auch noch diejenigen, die meinen Europa wäre überflüssig oder sogar schädlich für uns alle.

Für diese Vollhorste, Nullcheckerbunnies, Menschen mit Beschränktheitshintergrund haben Sebastian Jabbusch, Franziska von Kempis und Marko Vucic das Video oben gemacht und beim Wettbewerb „Europa erste Wahl“ der Niedersächsischen Staatskanzlei eingereicht.

Die Jury konnten sie damit schon überzeugen, jetzt sind die Zuschauer dran: Das Video mit den meisten Clicks gewinnt. Ich hab mir die anderen Videos ehrlicherweise nicht angesehen, denn die Idee der drei ist so geil, mehr brauch ich nicht an Überzeugung.

Wer mehr wissen will, welche Bedeutung die EU für uns und Europa hat, kann sich noch unsere Klub Konkret-Folge zum Thema reinziehen. Bitte schön:



  1. Carolinchen

    Aslo hier mal meine Erfahrung und Meinung zu der EU und Europa:
    Meine Mutter ist Französin, mein Vater ist Deutscher. Meine Eltern haben sich in den 60er Jahren im Urlaub außerhalb von Europa kennengelernt. Seit Ende der 60er Jahre leben meine Eltern in Deutschland und haben hier unsere Familie gegründet. Wir sind regelmäßig zusammen im Urlaub nach Frankreich gefahren. Vor meiner Geburt, sind meine Eltern auch schon im Urlaub dorthin gefahren. Da war der zweite Weltkrieg noch nicht ganz solange vorbei; viele Menschen, denen meine Eltern dort begegnet sind, haben den Krieg selber erlebt und haben durch die Deutschen auch schlimme Dinge erleben müssen. Dennoch ist mein Vater als Deutscher freundlich und weitestgehend ohne Ressentiments dort aufgenommen und empfangen worden. Auch später in unseren Urlauben verbrachten wir dort immer eine sehr gute Zeit, auch ich habe das noch eine zeitlang so ohne meine Eltern dort erlebt. Seit einiger Zeit ist das nicht mehr so. Ich habe ziemlich gut spüren können, dass die Menschen in Frankreich nicht mehr sehr gut auf die Deutschen zu sprechen sind. Ich will jetzt nicht sagen, dass mir dort der blanke Hass entgegenschlägt, aber wenn ich die Zeit mit vor der EU vergleiche, sage ich, dass es damals wesentlich (!) herzlicher und harmonischer gewesen ist. Ich spüre da einen ganz deutlichen Unterschied.

    Meine Nichte studiert gerade in Köln und wohnt in Bergisch Gladbach in einem größeren Apartmenthaus. Da ist kürzlich ein netter Mann aus Spanien eingezogen. Bis vor etwa zwei Jahren hatte er dort einen Job in einem Museum als Kunsthistoriker. Jetzt arbeitet er hier bei einem Gartenbauunternehmen und jähtet Unkraut damit seine Familie in Spanien über die Runden kommt. Seine Familie sieht er so gut wie gar nicht mehr – bestimmt ist er aber sehr glücklich darüber, dass er seinen Ausweis an der Grenze nicht mehr vorzeigen muss wenn er seine Familie zweimal im Jahr besuchen kann. Sicherlich sind das Einzelschicksale, aber es grassiert das Gerücht, dass es tausenden Menschen in Spanien auch so geht und dass Jugendliche schon erst gar keine Arbeit mehr dort finden. Gott sei Dank sind wir in Europa und soweit ich mich erinnere haben Frau Merkel und unser Finanzminister Schäuble Hilfe in Form von Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen in Deutschland für Jugendliche aus Spanien angeboten. Das ist in der Tat sehr europäisch. Ich frage mich nur, ob es wirklich jeder so toll findet, sein Heimatland verlassen zu müssen, weil er in seinem eigenen keine Chance mehr hat überhaupt eine Arbeit zu finden – mal ganz unabhängig von seinen Interessen und Neigungen? An Merkels und Schäubles Angebot von Arbeitsplätzen in Deutschland für spanische Jugendliche kommt mir allerdings etwas spanisch vor (lustiges Wortspiel, oder?) Wenn bereits jetzt tausende von Menschen bei uns (völlig unabhängig welche Nationalität sie haben) in prekären Arbeitsverhältnissen ausgebeutet werden (also eigentlich arbeitslos sind, aber seit Frau von der Leyen in der Statistik nicht mehr aufgeführt werden) dann Frage ich mich in welchen „Arbeitsverhältnissen“ die armen spanischen Jugendlichen landen werden ? Ich weiss das wirklich nicht und vielleicht kann mir jemand eine Antwort darauf geben.

    Ich habe auch gehört, dass die Wirtschaftsdaten in Italien so katastrophal sind, dass den Italienern in naher Zukunft das gleiche Schicksal wie den Spaniern blühen könnte. In Frankreich machen sich sehr viele Menschen auch schon große Sorgen, wie es um Ihre Zukunft bestellt sein wird, um es mal milde auszudrücken. Ich möchte wetten, dass die auch einen sehr guten Grund dazu haben! Von Griechenland, habe ich sogar gehört, dass z.B. in den Vororten von Athen hunderte Menschen komplett ohne irgenwas auf der Strasse leben und sich auch keine medizinische Versorgung mehr leisten können und dass es in anderen Städten Griechenlands auch so ist. Neulich habe ich in den ÖF (ZDF neo?) einen niedlichen Film gesehen, wo gezeigt wurde, dass in der Innenstadt von Athen brachliegende Grünflächen zum Anbau von Obst und Gemüse für die Bevölkerung freigegeben worden sind weil wohl eine gewissen Anzahl von Menschen sonst nicht mehr weiss wie sie sich ernähren sollen. Ein junges Paar musste einen Kredit aufnehmen und persönliche Habseligkeiten verkaufen, weil die Frau ein Kind erwartete und im Krankenhaus sonst nicht behandelt werden würde. Von Arbeitsplätzen ist da gar nicht erst die Rede. Wenn ich mich nicht täusche, sind von den Superreichen Reedern dort noch immer keine Gelder eingetrieben worden, da dies in der Verfassung Griechenlands so festgelegt ist.
    Auch in Portugal soll es den Menschen wesentlich schlechter gehen als vorher.

    Zum Thema Demokratie denke ich dann z.B ganz aktuell an TTIP und CETA, die sich ganz massiv und nachhaltig auf das Leben der Menschen in den EU-Staaten auswirken würden und hoffentlich nicht werden. Ich möchte jetzt nicht sagen dass diese Sache den EU Bürgern gegenüber etwas intransparent dargestellt wird. Nein ich stelle fest, dass die EU dieses Thema vor den EU Bürgern KOMPLETT geheimhält! Wenn man bedenkt, dass es hierbei um ein ganz fundamentales gesellschaftliches Thema geht, ist undemokratisch noch sehr wohlwollend ausgedrückt! Dies ist nur ein -wenn auch sehr gravierendes Beispiel- wo ich seitens der EU Politiker noch nicht einmal den Willen erkennen kann Demokratie überhaupt walten zu lassen – ganz im Gegenteil!

    Das Thema des immer mehr aufkommenden Rechtspopulismus bzw. Rechtsextremismus in EU Ländern – ganz aktuell hier aufgrund der Lage in Frankreich Frau le Pen – spare ich mir an dieser Stelle lieber mal.

    Natürlich spricht prinzipiell nichts gegen den Gedanken eines einheitlichen Europas, aber zu sagen „natürlich ist da hier und da mal etwas schiefgelaufen aber ich finde es schön das ich meine Freunde hier und Freunde dort jetzt viel leichter besuchen kann und die Handykosten günstiger sind, ist in meinen Augen ganz krasse schönfärberei. Den Punkt mit dem Frieden konnte ich nicht nachvollziehen. Ich musste für mich feststellen, dass die EU statt Völkerverständigung bis jetzt eher das genaue Gegenteil erreicht hat und dass sich sehr sehr schnell ganz gravierend etwas ändern muss damit, wir letzendlich nicht alle EU Bürger vor einem Scherbehaufen stehen, der vielleicht dann erstmal lange nicht wieder zu kitten ist.

    Dann was in eigener Sache: Seit Silwana Koch-Mehrin, die dem Frauenbild meiner Ansicht nach echt geschadet hat, wünsche ich mir, dass mich Politiker/innen mit Ihrer blöden Frauenquote am liebsten in Ruhe lassen würden. Echte emanzipierte Frauen können mit Leistung genauso gut überzeugen wie Männer, da brauche ich die Hilfe von Frau Redding nicht!! Außerdem möchte ich nicht Gefahr laufen als Quotenfrau zu gelten – dass mag einigen Politikerinnen ja egal sein, mir ist es das nicht!

  2. Jack Beauregard

    Süß gemacht, aber an der Wahrheit vorbei …
    Und im einleitenden Text Kritiker als minderbemittelt darstellen. Genauso funktioniert die Demokratur der Eurokraten.

    „Frieden gebracht“ … einen Bürgerkrieg in der Ukraine anzettlen z.B. …

    Aber stimmt, Handy-Gebühren sind gesunken *facepalm* …

    • Daniel Bröckerhoff

      Die Belege für das „Anzetteln eines Bürgerkriegs in der Ukraine“ möchte ich gern sehen. „Die Wahrheit“ ebenfalls. Sie liegt nach meinen bisherigen Informationen neben dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens.

      Dass die EU an sich nicht zu kritisieren ist, hab ich nirgends geschrieben. Da würde mir auf Anhieb etliche Dinge einfallen. Aber die Gesamtidee „EU“ in Frage zu stellen und zurück zum Nationalstaat zu wollen ist dann doch eine… interessante Einstellung.


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