Hey @kaidiekmann, wieso hast Du so viele Fake-Follower?

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Mit der Anzahl der Twitter-Follower ist das ja so eine Sache: Gern wird die als Maßstab dafür genommen, wie wichtig eine Person im Netz ist. Dass das als einziger Parameter nicht taugt, ist spätestens seit Einführung des Klout-Scores klar. Trotzdem gibt es immer noch viele Fake-Accounts, die einen Twitterer auf den ersten Blick prominenter aussehen lassen als er ist. Ein Beispiel: BILD-Chefredakteur Kai Diekmann.

Ein anonymer Hinweisgeber riet mir, seinen Account mal durch die gängigen Analyse-Tools zu jagen und mir seine Follower genauer anzusehen. Das kam bei fakers.statuspeople.com raus:

kaifollower1

Zum Vergleich hab ich auch meinen Account analysieren lassen:

dabfollower1

 

Eine deutliche Differenz, vor allem bei den Fake-Accounts. Um sicher zu gehen, habe ich dann dasselbe beim FakeFollowerCheck von Socialbakers gemacht. Das Ergebnis: Ähnlich.

kaifollower2

Auch der Vergleich zu meinem Account zeigt ein ähnliches Bild:

dabfollower2

 

Die Analyse, dass es sich bei so vielen Followern von Diekmann um Fakes handeln könnte erklärte sich mir, als ich eine Detailanalyse bei Followerwonk anschubste. Dort kam raus: Kai Diekmanns Follower haben einen niedrigen „Social Authority score“ als meine…

Bildschirmfoto 2013-11-18 um 11.19.01 Bildschirmfoto 2013-11-18 um 11.23.18

 

…haben selber weniger Follower als meine Follower…

Bildschirmfoto 2013-11-18 um 11.20.24 Bildschirmfoto 2013-11-18 um 11.23.30

 

…und auch sehr viel weniger getwittert als meine Follower:

Bildschirmfoto 2013-11-18 um 11.21.47Bildschirmfoto 2013-11-18 um 11.23.58

Die Frage bleibt: Warum hat der BILD-Chef so viele Follower, die so inaktiv sind?

Zum einen könnte es sein, dass er als prominentes Gesicht eher von Menschen gefolgt wird, die Twitter mal ausprobieren wollen und dann zunächst Leuten folgen, die man aus dem „echten Leben©“ kennt. Solche Menschen twittern erfahrungsgemäß auch weniger. Wenn diese Twitter wieder Twitter sein lassen, werden sie zu Karteileichen, die Twitter aber nicht aussortiert. Manche Dienste sagen dann „Fake“ dazu.

Zum anderen könnte es sein, dass er seinen Account nicht so gut pflegt wie ich es lange getan habe. Bis vor kurzem habe ich Follower, die nicht sauber aussahen vehement geblockt. Mittlerweile ist mir das auch zu anstrengend geworden.

Die dritte Möglichkeit lasse ich unausgesprochen im Raum stehen. Ich möchte keine Post von Springer-Anwälten bekommen.

Das Problem von Fake-Accounts scheint außerdem eins von Prominenten zu sein, wie man hier nachlesen kann.

Klar ist für mich auf jeden Fall: Diekmann sollte mal seinen Account aufräumen (lassen). Seriös wirkt das so nicht. Andererseits.. hat er das auch gar nicht nötig.

//UPDATE 13:50//

Kikxa weist in den Kommentaren darauf hin, dass es auch sein kann, dass jemand für Kai Diekmann Fake-Follower gekauft hat, um ihm zu schaden. Ich halte das durchaus für möglich, da Diekmann ausreichend polarisiert und Danke Kixka für den Ergänzungshinweis!

//UPDATE 17:18//

Aus der Geschichte ergab sich gerade folgender Schlagabtausch mit Torsten Beeck, Chef des Social-Media-Teams von Bild.de (von unten nach oben lesen):

beeck2

Der finale Vorwurf von Torsten:beeck1

Mag sein, dass ich mit dieser Geschichte völlig daneben gelegen und mich von meinen Rechercheergebnissen hab treiben lassen. Mag sein, dass die Geschichte als „suggestiv“ gewertet werden könnte und meine Frage lächerlich ist. Auch ich kann mal daneben liegen. Das Phänomen „Fake-Follower“ finde ich jedoch trotzdem nach wie vor interessant.

Und das Handwerk „lächerliche Fragen in Headlines“ habe ich ja schließlich bei den Besten der Besten gelernt.

Quelle: Bild.de, 18.11.2013, 17:28 Uhr

Quelle: Bild.de, 18.11.2013, 17:28 Uhr

Manchmal fällt man halt in alte Muster zurück.

//UPDATE 19.11.2013 11:25 //

Gestern Abend gab es dann noch einige lustige Reaktionen. Unter anderem von einem Herrn Diekmann:

diekmann_tweetsBildschirmfoto 2013-11-19 um 11.28.56



24 Kommentare

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  1. Markus

    Sorry, aber das ist noch nicht mal ein Sack Reis, der in China umgefallen ist, oder ich bin zu blöd die Satire zu erkennen. Wie zur Hölle hat es dieser Beitrag nach „6 vor 9″ geschafft?

    Nix für ungut!

    Markus

  2. hans

    Boah. Der Artikel ist mal schlecht recherchiert und ohne Plan in freudigem Recherche-Euphorie runtergeumelt(ohne eine Sekunde darüber nachzudenken, woran diese Ergebnisse liegen könnten).
    Ärgerlich.

  3. Michael

    Die Frage stellt sich mir immer wieder:
    Wie konnte ein Sascha Lobo nur so groß werden?
    Wieso hat er am Anfang so viele Follower gehabt?
    Es kann ja durchaus sein, dass er gefakt hat.
    Man müsste es halt genauer betrachten.
    Ebenso bei Kai Diekmann. Daher – sehr gut Daniel. Mach bitte weiter.

  4. Maith

    Witzig, diese Reaktionen.

    Wie war das, „Gebissene Hunde bellen am lautesten“?

    Da fragt man sich doch, warum man da so defensiv darauf reagieren muss und warum das durch den Kakao gezogen wird M)

    Oder halt ein einfacher Fall von „austeilen, aber nicht einstecken können“ 😀

  5. Lars

    Ich habe 0% Fake-Follower, bei meinen beiden Twitteraccounts, allerdings habe ich auch nur ne Handvoll Follower. Einer der beiden Accounts diente ursprünglich nur zum Lesen, damit folgte ich interessanten Accounts, auch Prominenten und schrieb (zunächst) nie. Nur-Lese-Accounts dürften bei Prominenten ziemlich stark vertreten sein – alles „Fakes“?

    Wie echte Fake-Follower-Verkäufer agieren, wäre aber interessant: Führt der Kauf von 1000 Followern zu einem abrupten Anstieg der Followerzahlen, oder sind die nicht auch klug genug, ihren Kunden einen linearen Anstieg durch schrittweises Following zu simulieren?

  6. cws

    Was Fake- Inactive- Read-only- oder gekaufte oder gefundene Follower bei Herrn Diekman sind ist wohl eher egal.

    Viel spannender finde ich wie dünnhäutig und aufmerksam Springer offensichtlich alles verfolgt und recherchiert, was über Herrn Diekman geschrieben wird.

    Bei aller Wertschätzung für den Autor, Springer hätte den Artikel einfach übergehen sollen, statt „beleidigt“ zu reagieren. So entpuppt sich eine peinliche kleinbürgerliche Eitelkeit und Empfindlichkeit. So stellt sich die Frage ob das zur Schau gestellte Selbstbewusstsein und die gefühlte eigene Größe des Chefredakteurs wirklich echt sind, oder die normale menschliche Kleinheit verbergen sollen?


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