8 Thesen zu Zukunft des Journalismus – Agree!

Der DJV hat vor einigen Monaten eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die sich Gedanken darüber machen sollten, wie Journalisten in Zukunft arbeiten. Jetzt stehen die 8 Thesen bei Journalist.de im Blog und ich finde sie alle hochinteressant – und schlüssig.

Zwar lesen sich manche Ausführungen eher wie Wunschzettel als wie realistische Aussichten, doch Zukunftsthesen dürfen das. Besonders von These 7 „Journalisten haben Freiräume“ sind wir in der Realität noch weit entfernt.

Noch Zukunft oder schon Gegenwart?

Andere Thesen wie „mehr freiberufliches Arbeiten“, „Journalisten als Marke“, „digitale Kompetenz als Erfolgsrezept“ oder „Journalisten als Interagierer und Moderatoren“ sind eigentlich schon mehr Gegenwart als Zukunft.

War früher schon mehr Zukunft als manche heute: Journalistin Lucy Morgan (1985)

War früher schon mehr Zukunft als manche heute: Journalistin Lucy Morgan (1985)

Kollegen wie Richard Gutjahr, Daniel Fiene, Carolin Neumann, Martin Giesler, Tilo Jung oder auch ich arbeiten bereits so oder experimentieren zumindest damit. Aber wir sind auf jeden Fall noch in der Minderheit.

Wenn aber alles so kommen sollte, wie es sich Carolin NeumannKathrin Konyen, Timo Stoppacher, Eva Werner, Fabienne Kinzelmann, Sebastian Christ, Leif Kramp und Sascha Venohr ausgedacht haben, dann wird der Job noch mehr Spaß machen, als er mir in letzter Zeit zunehmend macht. Die Zukunft kann großartig werden!

Einen Einblick in die Arbeit der AG hat Carolin schon im August hier gegeben.



  1. Ulf J. Froitzheim

    Ich verstehe Deine wohlwollende Reaktion nicht ganz. Aus welchem Jahrzehnt stammt denn zum Beispiel dieser Satz, den Kathrin Konyen auch im Journalist-Interview zum Besten gab?
    „Ohne digitale Kompetenz wird in Zukunft kein Journalist mehr auskommen.“
    In Zukunft? Digitale Kompetenz? Meine Kompetenz ist zwar nach wie vor analog, aber mit der Digitalisierung habe ich mich schon befasst, als die Kollegin in den Kindergarten ging. Mich erinnert so etwas an Merkels Neuland.
    Die Thesen sind ein Funktionärselaborat, wie es für unseren Verband leider typisch ist: Man brütet ein Jahr lang in einem Gremium, damit man einmal gesagt hat, was alle wissen oder sich wünschen, und dann tut sich nix. Der DJV als Organisation denkt noch in vordigitalen Strukturmustern, und daran ändern auch Michael Hirschlers löbliche Aktivitäten im Netz und ein paar Facebook-Gruppen in den Landesverbänden nichts. Der DJV muss agiler werden und die Mitglieder einbinden. Dazu hätte ich gerne mal ein paar konstruktive Ideen gelesen. Und nicht so ein schlaftablettiges Non-Paper.


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