„Auf der Flucht“: Das Gegenteil von Gut…

…ist gut gemeint, sangen schon „Kettcar“ in „Im Taxi weinen“. Das trifft nicht nur für befindlichkeitsempfindsame Gitarreros zu, sondern auch für die ZDF-Flüchtlings-Dokuserie „Auf der Flucht“.

Die Idee: 6 Deutsche mit mittlerem bis keinem Bekanntheitsstatus werden in zwei Teams aufgeteilt und rückwärts auf zwei übliche Flüchtlingsrouten geschickt. Die Teilnehmer sollten vor Beginn des Experiments eine möglichst pointierte Meinung zum Flüchtlings- und Asylproblem haben und diese im Laufe des Trips zunehmend in Frage stellen. Weil Flucht ist ja mies und schlimm und so.

Die gute Idee, das wichtige, aber oft verdrängte Thema auf die Agenda zu bringen scheitert leider an der Umsetzung. Wie das australische Vorbild „Go back to where you came from“ setzt „Auf der Flucht“ zu stark auf Emotionalisierung und Mitteln aus Reality Soaps.

Außerdem wird beim ZDF nicht klar, dass es vor allem darum geht, in den Teilnehmern einen Meinungswechsel zu bewirken und nicht, das Flüchtlingsleben nachzuspielen. Auch die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema, in Australien ein wichtiger Bestandteil der Serie wie man auf der Homepage sehen kann, findet beim ZDF nicht statt.

Schade eigentlich.




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