Klub Konkret: Ihre Drogenbeichte, bitte! oder Wir erfinden ein Genre
Gestern hab ich es wieder getan: Mich für Klub Konkret in ein absurdes Kostüm geworfen und samt Kamerateam auf die Straße gestürzt, auf der Suche nach den Geschichten, Meinungen und Geständnissen der Straße. Meine Mission: Nimm den Leuten ihre Drogenbeichte ab!
Die etwas andere Straßenumfrage nimmt rituelle Züge beim Klub an. Bereits zum dritten Mal ging ich ulkig kostümiert auf die Suche nach Menschen, die mir ihre Geschichte in die Kamera erzählen.
War es beim ersten Mal der “verrückte Showmaster” in Karo-Anzug und Fliege, fragte ich beim zweiten Mal als “Doktor Love” nach der Treue, Gestern nun stand ich als “Pastor Pille” in der Münchner Innenstadt und wollte den Passanten ihre Drogenbeichte abnehmen.

Unterwegs in heiliger Klub-Mission: Tuet Buße und kehret um (aber erzählt mir vorher eure Drogen-Exzesse)
Es ist erstaunlich, wieviel besser die unter Journalisten eigentlich verhassten und verpönten Straßenumfragen (Fachjargon: VoxPops, Kurzform für Vox Populi aka “Die Stimme des Volkes”) funktionieren, wenn man sich dabei zum Affen macht. Die Aufmerksamkeit ist sofort da, die Leute schauen einem hinterher, manche springen einem fast freiwillig vor die Linse und der Unterhaltungsaspekt sowohl beim Drehen als auch beim Schauen ist nicht zu unterschätzen.
So auch gestern: Nach einem mauen Start bekamen wir drei astreine Drogenbeichten in der Fußgängerzone innerhalb von 15 Minuten. Mein Favorit: Der Enddreissiger, der schon mit 13 am Benzintank schnüffelte, um high zu werden.
Ich habe mich daher entschlossen, diese Art des Filmemachens “Performer Journalismus” zu taufen. Ob wir damit wirklich die Ersten sind: Keine Ahnung. Aber ich kenne sowas noch nicht.
Die Idee geht übrigens nicht auf mich zurück, sondern auf meine Produzenten Hardy Röde und Michi Köppel, szeneweit bekannt für solche Abartigkeiten, die in mir einen dankbaren Umsetzer gefunden haben. Der verkleidete Straßenreporter Brö wird daher wohl auch in Zukunft beim Klub Konkret zu sehen sein. Ich freue mich auf noch mehr peinliche Drehs.


März 8th, 2013 at 10:23
[...] habe ich mich als Pater Pille auf die Straße gestellt und Menschen nach ihrem Drogenkonsum [...]