Wie man auf Facebook privates und berufliches voneinander trennt

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Facebook wird für viele immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Netzaktivitäten. Dadurch drohen sich private und berufliche Sphären zu vermischen. Manche ziehen sich deshalb ganz aus Facebook zurück, andere posten weniger. Dabei bietet das Netzwerk genügend Möglichkeiten, Spaß und Arbeit voneinander zu trennen.

Daniel Fiene hat ein Identitäts-Problem. In seinem Blog schreibt er:

„Wie nutze ich Facebook als Journalist optimal? Soll ich mir eine eigene Seite anlegen, oder gilt das als zu eitel? Soll ich auf der anderen Seite mein Profil für alle öffnen und auf Facebook dann nur noch als Journalist unterwegs sein?“

Er ist nicht der Einzige mit diesem Problem. Je mehr Menschen Facebook nutzen, desto größer der Grad der Vernetzung. Waren früher nur Freunde im gleichen Alter aktiv, kommen heute Arbeitskollegen, Chefs, Lehrer, Professoren, Zuhörer und Zuschauer, Kunden, Vereinsfreunde, Nachbarn und Eltern dazu.  Lehnt man eine Freundschafts-Anfrage ab, kann das zu beleidigten Reaktionen führen.

Sollen alle alles wissen?

Doch sollen alle alles wissen? Gewiss nicht. Zum einen weil es meine Kunden nichts angeht, wo und wie ich meine Freizeit verbringe. Zum anderen weil das tolle, neue Youtube vielleicht nur meine Vereinskameraden interessiert, nicht aber meine „normalen“ Freunde. Oder weil ich weiß, dass mancher schräge Witz nur bei manchen Leuten richtig aufgehoben ist, während andere sich pikiert abwenden würden.

Noch vor kurzer Zeit war die einzige Möglichkeit: Weniger Posten. Oder die Pinnwand für bestimmte Leute gleich ganz abschalten. Doch auch das kann zu Kränkungen führen. „Warum darf ich Deine Pinnwand nicht mehr sehen?“, war eine mir häufig gestellte Frage, auf die ich oft keine befriedigende Antwort wusste.

Zwei Profile anzulegen –  eins privat, eins beruflich – war mir zu aufwändig. Eine „Page“ zu machen, die Nutzer „liken“ können, fand und finde ich albern.

Dilemma „Privatsphären-Management“

Mit „Privatsphären-Management“ oder „Datenschutz-Management“ läßt sich diese Herausforderung am besten beschreiben, vor der wir gesellschaftlich gerade stehen. Facebook ist sich über dieses Problem bewusst und ist sukzessive dabei, die Privatsphären-Einstellungen zu verfeinern.

Doch viele Nutzer scheinen das nicht mitzubekommen. Selbst netzaffine Menschen wie Daniel Fiene stehen vor einem Facebook-Identitäts-Problem und wissen nicht weiter. Dabei ist die Lösung relativ simpel. Sie erfordert lediglich etwas Arbeit beim Einrichten und ein waches Auge beim Posten.

So geht es:

1.) Freunde in Gruppen einsortieren

a) Auf „Freunde“ im Menü klicken:

  1. Erst „Freunde“ anklicken…

b) Auf „Freunde bearbeiten“ klicken:

.. dann „Freunde bearbeiten“…

c) Auf „Liste erstellen“ klicken:

Eine Liste erstellen!

Eine Liste erstellen!

d) Der Liste einen Namen geben (z.B. „Arbeit“), Freunde auswählen und auf „Liste erstellen“ klicken.

Der Liste einen Namen geben…

e) Es erscheint die Listen-Ansicht:

Die Ansicht der gerade erstellten Liste

Hier kann später neue Freunde hinzufügen der welche wieder löschen.

f) Jetzt soviele Listen anlegen, wie man lustig ist und jeder Freund einsortiert wurde.

g) Wenn man nun eine Statusmeldung oder einen Link posten oder ein Fotos hochladen möchte, vor dem Posten auf das Schloss-Symbol klicken, dann auf „Benutzdefiniert“:

So geht's...

So geht’s…

h) Nun im Drop-Down „Sichtbar machen für“ auf „Bestimmte Personen“ klicken:

Hier auswählen, wer was sehen darf…

Dadurch kann das Posting nur für jeweils eine Liste sichtbar gemacht werden. Wenn das alberne youtube-Video nur Freunde sehen sollen, die entsprechende Liste auswählen. Genauso kann man seine Freunde vor langweiligen Arbeitspostings verschonen. Dann z.B. nur die Liste „Arbeitskollegen“ auswählen, die man vorher angelegt hat.

Alternativ kann man auch bestimmt Gruppen ausschließen. Wenn ein Posting alle sehen sollen, außer der Familie bei „Vor folgenden Personen verbergen“ die Liste „Familie“ (o.ä.) eintragen. Hier kann man aber auch einzelne Nutzer (z.B. den Chef oder die Eltern) eintragen. Sie bekommen das Posting dann nicht zu sehen.

Wenn man möchte, kann man diese Einstellungen als Standard definieren. Dann werden alle zukünftigen Posting genauso behandelt, ohne dass man jedes Mal auf das Schloss gehen muss. Dafür einfach den enstprechenden Haken unten links setzen.

Alternative oder Ergänzung: Gruppe gründen

Als andere Möglichkeit oder Ergänzung kann man auch eine eigene Gruppe gründen. In diese kann man Freunde einsortieren, mit denen man gern wie in einem Separée kommunizieren möchte. Die Gruppen können entweder öffentlich, geschlossen oder auch „geheim“ gemacht werden.

In öffentliche Gruppen kann jeder eintreten, in private kommt man nur auf Einladung rein, sie sind aber für jeden Freund sichtbar. Geheime Gruppen sind nur für die Nutzer sichtbar, die dort reingepackt wurden.

Dafür einfach auf „Gruppe gründen“ links im Menü klicken:

So gründet man eine Gruppe

So gründet man eine Gruppe

Dort der Gruppe einen Namen geben, die Gruppenmitglieder festlegen und einstellen, ob die Gruppe öffentlich, privat oder geheim sein soll.

Der Vorteil von Gruppen: Man erhält eine eigene Timeline, zusätzlich zu der eigenen. Alle Mitglieder können hier etwas posten, was nur für andere Gruppenmitglieder sichtbar ist. Man erhält zudem einen Gruppenchat, was überaus amüsant sein kann.

Gruppen eignen sich sowohl als alternative zu einer „Fan-Page“, als auch für Arbeitszwecke oder zum privaten Austausch. Sozusagen ein Netzwerk im Netzwerk.



15 Kommentare

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  1. PhyreWorX

    Ich habe den Listen, die ich pflege, Kürzel vorangestellt. Zum Beispiel Loc_Germany, Loc_Germany_Berlin, Loc_USA – L steht für Location. Wenn es um Rechte (Rights) geht heissen meine Gruppen Rig_Pinnwand, Rig_Verlinkung, etc. Wenn es um Zugehörigkeit geht heissen die Gruppen Gro_Freunde, Gro_Kollegen, Gro_Basketball etc. Und zu guter letzt habe ich noch sortiert nach Jobs, sprich zB Job_Musiker, Job_Arzt, Job_Anwalt etc. So braucht man nur die ersten drei Buchstaben der betreffenden Kategorie eingeben und kriegt auch nur die dazugehörigen Gruppen angezeigt. Wenn ich zum Beispiel ein deutsches Statusupdate schreibe, brauche ich nur loc_ge… eingeben, und wenn ich Leute aus Berlin zu einem Berliner Event einlade, geht das auch total einfach.

  2. Fiete Stegers

    Fand und finde es ärgerlich, dass man den Namen der gewünschten Liste eintippen muss und nicht auf einen Blick sieht, welche man angelegt hat und wer dort in einer Gruppe ist. Das macht das Benutzen doch alles andere als komfortabel. Aber vielleicht probiere ich es dank dieser schönen Erläuterung noch mal.

    • Daniel Bröckerhoff

      Ja, ich glaube die nicht so richtig dolle Usability ist es auch, die viele Facebook-Nutzer davor abschreckt mit Listen zu arbeiten. Ich weiss mittlerweile, wie meine Listen heißen, dann geht es eigentlich.

  3. keiner

    Hinweis: man sollte sich Gedanken machen was die Standardeinstellung für neue Posts ist, denn nur die ist von mobilen gräten aus benutzbar.

    • Daniel Bröckerhoff

      Gute Anregung, stimmt aber so IMHO nur für das mobile Interface m.facebook.com. Die iPhone-App hat vor einiger Zeit ein Update bekommen, jetzt kann man bei jedem Posting festlegen, wer (welche Liste) was sehen soll. Für Android und Blackberry (u.a.) weiß ich nicht, wie es da aussieht.

  4. Schnattergans

    Danke für das Totorial! Die Idee mit den Listen will ich mal ausprobieren.
    Ich habe aber ein anderes Problem.
    Ich bin kein Journalist oder sonstwie in der Öffentlichkeit stehend, aber möchte gerne eine Trennung zwischen verschiedenen Bereichen.
    Ich rätsel nämlich immer noch darüber, ob ich Freundschaftsanfragen meiner (knapp volljährigen) Kinder annehmen soll……
    ich möchte keine Videos von k*tzenden Abiturienten auf meinem FB-Profil haben :-)
    Kann ich mit Listen auch sortieren, wer alles auf meine pinnwand posten kann?

    • Daniel Bröckerhoff

      Nein, Du kannst die Pinnwand entweder für ALLE Freunde öffnen oder für alle sperren. Leider kannst Du nicht bestimmte Gruppen oder Listen davon ausschließen. Ich glaube aber, dass Du was anderes meinst. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Deine Kinder Dir Partyvideos auf Deine Pinnwand posten (das wäre relativ unintelligent). Du willst vermutlich nicht die Videos sehen, die Deine Kinder in ihren Profilen posten und die Dir dann in Deiner Timline angezeigt werden. Dafür gibt es leider aber auch nur die Möglichkeit alle Updates Deiner Kinder auszublenden, in dem Du mit der Maus auf einen ihrer Beiträge in der Timeline gehts und auf das kleine Kreuz rechts klickst. Da kannst Du dann anwählen, dass alle Beiträge ausgeblendet werden sollen. Wenn Du sehen willst, was Deine Kinder posten, musst Du auf ihr Profil gehen und Dir ihre Pinnwand anschauen.

      Hoffe das hilft :-)

  5. PhyreWorX

    Das grösste Problem ist allerdings dass man NICHT kontrollieren kann, was Freunde von einem sehen, was man bei DRITTEN postet. Beispiel: Freund 1 ist nicht befreundet mit Freund 2. Ich poste was auf die Pinnwand bei Freund 1, oder kommentiere ein Foto von ihm. Dann erscheint bei Freund 2 in seinen „news“ dass ich was bei Freund 1 gemacht habe. Er sieht das natürlich nur, wenn Freund 1 sein Profil offen hat für „Freunde von Freunden“. Und genau DAS ist das Problem – diese Option haben ca. 99% aller Nutzer.
    D.h. im Klartext, wenn du deinem Kumpel auf die Pinnwand schreibst dass du heute blaumachst und an den See fährst, sieht das dein Chef, auch wenn der nur mit dir, nicht aber mit deinem Kumpel befreundet ist, und auch wenn du deinen Chef in einer Gruppe hast die „nichts darf bzw sieht“.
    Der Hammer ist, dass Facebook früher die Option hatte, das abzuschalten, sie haben sie aber wieder rausgenommen.
    Das kennen übrigens wenige, das Problem.
    Ich konnte das nur lösen in dem ich alle Arbeitskollegen aus Facebook verbannt habe.

    • Daniel Bröckerhoff

      Ja das stimmt. Zu dem Problem wollte ich auch mal was bloggen, hab es aber dann aus Gründen nicht hinbekommen. Ich habe dafür ein Zweitprofil, das so angelegt ist, als sei es ein entfernter Bekannter. In dem schau ich von Zeit zu Zeit nach, was von mir zu sehen ist. Wenn dann ein Freund so dämliche Settings hat, wird er von mir angemorst und bekommt ein Tutorial. Hat schon in einigen Fällen geholfen.


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